Artikel Donnerstag, 07.08.2008 |  Drucken

Anzeige:


Schattenbericht der Internationalen Liga für Menschenrechte: „Rassistische Einstellungen auf allen Ebenen der Gesellschaft“

Aus dem Schattenbericht der Internationalen Liga für Menschenrechte geht hervor, dass rassistischen Einstellungen in Deutschland „auf allen Ebenen der Gesellschaft“ anzutreffen ist. Das gehe von alltäglichen Ausgrenzungen und Vorurteilen bis zu brutaler Gewalt.

Am 5. und 6. August haben die Staaten entsprechend der Rassendiskriminierungskonvention (ICERD) ihren Staatenberichtspflichten vor dem UN-Ausschuss für die Beseitigung der rassistischen Diskriminierung in Genf nachgekommen. Das Abkommen verbietet rassistische Handlungen und Gesetze sowie die Verbreitung rassistischer Ideen. Die Vertragsstaaten müssen „Rassenhass“ und „rassistischer“ Propaganda entschieden entgegentreten. In dem Bericht sollen Diskriminierungen aufgrund von „Rasse“, Hautfarbe, Abstammung, nationaler und ethnischer Herkunft analysiert und über Maßnahmen der Länder informiert werden.

Den Schattenbericht des Forums für Menschenrechte hat Yonas Endrias, von der Internationalen Liga für Menschenrechte in Berlin vortragen. In einem Interview mit der „Katholischen Nachrichten-Agentur“ äußerte sich Endrias kritisch über den Bericht von Deutschland. Die deutsche Regierung habe ein verengtes Verständnis von Rassismus. Der Bericht sehe Rassismus deshalb weitgehend als Randerscheinung. Dabei seien rassistischen Einstellungen in Deutschland auf allen Ebenen der Gesellschaft sowie in Medien, Politik, Bildung und Wissenschaft anzutreffen. Auch werde das Problem weitgehend verharmlost, indem viele rassistische Straftaten statistisch unter Beleidigung, Volksverhetzung und Hausfriedensbruch fallen.

Die Folgen des Rassismus in Deutschland reiche von alltäglichen Ausgrenzungen und Vorurteilen bis zu brutaler Gewalt. „Er umfasst auch soziale, religiöse und politische Formen“, so Endrias. Als Beispiel dafür nannte er die Islamophobie, einer geschürten Angst vor dem Islam. „Dabei werden Muslime etwa in den Medien pauschal beschuldigt oder verurteilt“. Der Kampf gegen den Antisemitismus werde hingegen aufgrund der deutschen Vergangenheit ernster genommen. Endrias forderte die deutsche Regierung auf, dass der Rassismus gegen andere Gruppen wie Sinti und Roma oder Schwarze mit dem gleichen Nachdruck erfolgt. (Quelle:igmg.de)



Ähnliche Artikel

» Gotteshäuser brennen in Deutschland
» Bundespräsident Gauck würdigt Widerstand gegen Dikatur
» Deutsche Schulbücher als Transmitter von Islamfeindschaft?
» WAS KÖNNEN DIE MUSLIMISCHEN GEMEINDEN GEGEN ISLAMFEINDLICHKEIT UND DISKRIMINIERUNG MACHEN?
» Was können Muslime gegen Antisemitismus und andere gruppenspezifische Menschenfeindlichkeit tun? Von Muhammad Sameer Murtaza

Wollen Sie einen
Kommentar oder Artikel dazu schreiben?
Unterstützen
Sie islam.de
Diesen Artikel bookmarken:

Twitter Facebook MySpace deli.cio.us Digg Folkd Google Bookmarks
Linkarena Mister Wong Newsvine reddit StumbleUpon Windows Live Yahoo! Bookmarks Yigg
Diesen Artikel weiterempfehlen:

Anzeige

Hintergrund/Debatte

Islamische Schriftkunst des Kufischen – Geometrisches Kufi in 593 Beispielen.Eine Buchvorstellung von Prof. Mohammed Khallouk
...mehr

Interkultureller Rat mit geballtem Programm bis zum 29.März zur "Woche gegen Rassismus" - 1.300 Veranstaltungen in über 300 Städten und Gemeinden und auch wieder Moscheen
...mehr

Migranten in der Berliner Polizei: Kommt Zeit kommt "Polizeirat" mit Migrationshintergrund
...mehr

Islamische Seelsorge: Steigende Nachfrage verlangt neue Strukturen - von Hamza Wördemann
...mehr

Radikaler: Rupert Neudeck erhält Bürgerpreis der deutschen Zeitungen mit 20 000 EUR dotiert
...mehr

Alle Debattenbeiträge...

Die Pilgerfahrt

Die Pilgerfahrt (Hadj) -  exklusive Zusammenstellung Dr. Nadeem Elyas

88 Seiten mit Bildern, Hadithen, Quran Zitaten und Erläuterungen

Termine

Islamische Feiertage
Islamische Feiertage 2012 - 2015

Tv-Tipps
aktuelle Tipps zum TV-Programm

Gebetszeiten
Die Gebetszeiten 2015 zu Ihrer Stadt im Jahresplan

Der Koran – 1400 Jahre, aktuell und mitten im Leben

Marwa El-Sherbini: 1977 bis 2009