Newsnational Freitag, 21.04.2017 |  Drucken

Mazyek kritisiert antimuslimische Töne nach Türkei-Referendum

Aufruf an Parteien: keine antidemokratischen, antimuslimischen Standpunkte der AfD übernehmen - Demokratischer Anstand gegenüber Deutsch-Türken gefordert - Lob für die Kirchen

Osnabrück. Der Zentralrat der Muslime mahnt die etablierten Parteien in Deutschland, nicht antidemokratische und antimuslimische Standpunkte der AfD zu übernehmen. Genau dies sei derzeit zu beobachten.

Zentralratsvorsitzender Aiman Mazyek sagte hierzu: die Diskussion um das Wahlverhalten der in Deutschland lebenden Türken beim Verfassungsreferendum habe diese Entwicklung in der Politik noch einmal verschärft. „Da werden plötzlich Dinge gesagt, die so auch von der AfD kommen könnten – und zwar leider vereinzelt auch von den etablierten Parteien“, kritisierte Mazyek.

Als Beispiel nannte er Forderungen nach einem Bekenntnis der Deutsch-Türken zum Grundgesetz. „Das Grundgesetz sieht nicht vor, dass sich Doppelstaatler oder hier geborene deutsche Muslime ausdrücklich zur Verfassung bekennen müssen. Warum wird nun ausgerechnet bei Deutsch-Türken jetzt Gesinnungsschnüffellei betrieben,“ fragte Mazyek und ergänzte: „Das ist die verklausulierte Aufforderung, die sonst aus AfD-Kreisen stammt: ,Wenn es euch hier nicht gefällt, dann geht doch.‘“ Der Zentralratsvorsitzende führte als Gegenbeispiel an: „Immer mehr Deutschen missfällt offenkundig leider unsere freiheitliche Demokratie, würden wir sie deshalb außer Landes deportieren wollen?“

Mazyek sagte, ihn habe die hohe Zahl an Deutsch-Türken, die pro Erdogan gestimmt haben, nicht überrascht. Der demokratische Anstand gebiete es jetzt aber, diese Gruppe nicht zu beschimpfen. Stattdessen müssten die Menschen stärker in demokratische Prozesse eingebunden werden. Ansonsten erhielten nur radikale Kräfte auf beiden Seiten Auftrieb.Ausdrücklich begrüßte der Zentralratsvorsitzende der Muslime unterdessen die Initiative der Kirchen in Deutschland, die sich an Gegendemonstrationen zum AfD-Parteitag in Köln unter dem Motto „Unser Kreuz hat keine Haken“ beteiligen. „Davor habe ich Hochachtung. Die Kirchen scheuen den Konflikt nicht, denn sicherlich gibt es auch in ihren Reihen AfD-Wähler. (Quelle: NOZ)




Wollen Sie einen
Kommentar oder Artikel dazu schreiben?
Unterstützen
Sie islam.de
Diesen Artikel bookmarken:

Twitter Facebook MySpace deli.cio.us Digg Folkd Google Bookmarks
Linkarena Mister Wong Newsvine reddit StumbleUpon Windows Live Yahoo! Bookmarks Yigg
Diesen Artikel weiterempfehlen:

Anzeige

Hintergrund/Debatte

"Deutsche Siedler in Vorderasien und die Integration" - Ein Gastkommentar von Volker-Taher Neef
...mehr

Berlins SPD-Fraktionsvorsitzender Raed Saleh jetzt auch Buchautor - "Ich Deutsch: Die neue Leitkultur"
...mehr

Koordinationsrat der Muslime (KRM): OVG Urteil zum islamischen Religionsunterricht. "Die institutionelle Integration des Islam ist ohne Alternative"
...mehr

Was können Christen von Muslimen lernen, und Muslime von Christen? Interview zur deutschen Ausgabe des Buches „Der Jesus-Dschihad“ mit Dr. Mohammed Khallouk (ZMD) und Ekkehart Vetter (DEA)
...mehr

Antisemitismus: Klartext und Engagement des ZMD
...mehr

Alle Debattenbeiträge...

Die Pilgerfahrt

Die Pilgerfahrt (Hadj) -  exklusive Zusammenstellung Dr. Nadeem Elyas

88 Seiten mit Bildern, Hadithen, Quran Zitaten und Erläuterungen

Termine

Islamische Feiertage
Islamische Feiertage 2015 - 2019

Tv-Tipps
aktuelle Tipps zum TV-Programm

Gebetszeiten
Die Gebetszeiten zu Ihrer Stadt im Jahresplan

Der Koran – 1400 Jahre, aktuell und mitten im Leben

Marwa El-Sherbini: 1977 bis 2009