Newsnational Dienstag, 27.04.2010 |  Drucken

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Historischer Moment - KRM begrüßt Ernennung von Aygül Özkan als Ministerin

Zentralrat kritisierte Diskussion um Kruzifixe bei der Union. Mazyek: „Wir sind doch kein Christen-Staat“

Die türkischstämmige CDU-Politikerin Aygül Özkan ist am Dienstag im niedersächsischen Landtag als Sozialministerin und ersten Muslima vereidigt worden. Der KRM hat die Ernennung von Özkan begrüßt und gratulierte dem Ministerpräsidenten Wulff für seine wegweisende Entscheidung. Ali Kizilkaya, Sprecher des KRM, sagte: „Ministerpräsident Wulff wird in den Geschichtsbüchern als derjenige vermerkt werden, der als erster das Potential der Einwanderer in dieser Gesellschaft wahrgenommen hat und daraus die richtigen Schlussfolgerungen gezogen hat“.

In der vergangenen Tagen hatte sie innerhalb ihrer eigenen Partei unterdessen für Aufregung gesorgt, weil sie ein Verbot von Kruzifixen in Schulen gefordert hatte. Insbesondere Politiker aus der CSU forderten Özkan daraufhin auf, sie solle sich überlegen, ob sie in einer christlichen Partei an der richtigen Stelle sei. Am Montag zog sie ihre Aussagen zurück.

„Die Religion soll im öffentlichen Raum sichtbar sein, das gilt für alle Religionen“, sagte der ZMD-Vorsitzende Ayyub Axel Köhler der dpa dazu.

Zudem kritisierte ZMD-Generalsekretär Aiman Mazyek die Diskussion und die Haltung der Union als „verlogen“. „Beim Kruzifix verwahre man sich gegen die Verbannung religiöser Symbole aus dem öffentlichen Raum, bei muslimischen Lehrerinnen hingegen instrumentalisiere man die Neutralität des Staates und verbanne sie aus dem Klassenzimmer.

«Wir sind doch kein Christen-Staat. Unsere Verfassung räumt allen Religionen einen gleichberechtigten Platz ein.»sagte er ferner dem Tagesspiegel.



Lesen Sie dazu auch:
Loyal, gläubig, qualifiziert - Kommentar von Aiman Mazyek im Tagesspiegel

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