Newsnational Mittwoch, 26.12.2007 |  Drucken

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Muslimische Gelehrte gratulieren den Christen in der Welt - Friedenswünsche in Latein, Arabisch und Englisch

"In diesen gesegneten Tagen, die zeitlich zusammenfallen mit dem muslimischen Opferfest, das den Glauben des Propheten Abraham erinnert, beten wir, dass das Neue Jahr der ganzen leidenden Welt Heilung und Friede bringen möge"

138 muslimische Gelehrte aus aller Welt haben den Christen ein friedliches Weihnachtsfest gewünscht. In dem Text (siehe untere Teil) sprechen sie auch auf Arabisch, Englisch und Latein Friedenswünsche.

Die Weihnachtsbotschaft wurde vom jordanischen "Königlichen Aal al-Bayt Institut für Islamisches Denken" in Amman online veröffentlicht. Kurz vor Weihnachten hatte Papst Benedikt XVI. in seiner persönlichen Jahresbilanz an den ersten Brief der 138 Muslime von Mitte Oktober erinnert.

Zu der Gruppe gehören Vertreter der beiden größten islamischen Glaubensrichtungen Sunna und Schia sowie Angehörige des Sufismus. Sie äußern in dem Schreiben die Hoffnung, dass im neuen Jahr "die Heiligkeit und Würde des menschlichen Lebens von allen hochgehalten" werde.

Zugleich erinnern sie daran, dass in diesem Jahr muslimische Gelehrte die Heiligkeit von wirklich jedem menschlichen Leben als "wesentliche und grundlegende Lehre des Islam" bekräftigt hätten. Darüber gebe es keine Meinungsunterschiede zwischen muslimischen Gelehrten.

Mitte Oktober hatte die Gruppe einen Brief an Benedikt XVI. veröffentlicht und damit dessen Dialogangebot aufgenommen, das er nach seiner vieldiskutierten Regensburger Vorlesung vom September 2006 unterbreitet hatte. Vorigen Freitag hatte der Papst betont, er habe das Schreiben vom Oktober mit Freude aufgenommen. Der gemeinsame Glaube an den einen Gott sei Vorbedingung gemeinsamen Handelns, das den Respekt vor der Würde jeder Person verteidige.

Text im Wortlaut:

"Im Namen Gottes, des Barmherzigen, des Allerbarmers,

Möge Gott Muhammad und sein Geschlecht segnen, wie er Abraham und sein Geschlecht segnete

Al-Salaamu Aleikum; Peace be upon you; Pax vobiscum.

Friede sei mit Jesus Christus, der sagt: "Friede sei mit mir am Tag meiner Geburt, am Tag meines Todes und am Tag meiner Wiedererweckung zum Leben." (Koran 19:34).

In diesen freudigen Tagen schreiben wir Euch, unseren christlichen Nachbarn in aller Welt, um aufrichtig Dank zu sagen für die wunderbaren und wohlwollenden Antworten, die wir Muslime erhalten haben, seitdem wir unsere Einladung aussprachen, zu einem gemeinsamen Wort ("A Common Word") zusammenzukommen, das auf der "Liebe zu Gott und zum Nächsten" aufbaut (siehe dazu den link auf islam.de unter Meinung und Hintergründe und untere link)

Wir danken Euch und wünschen Euch ein frohes und friedvolles Weihnachtsfest in Erinnerung an die Geburt Jesu Christi.

Wir Muslime legen Zeugnis dafür ab: Es gibt keinen Gott außer Gott allein, und Muhammad ist sein Diener und Verkünder, und Jesus ist sein Diener, sein Verkünder, sein Wort gegeben an Maria, und Geist von ihm... (Sahih Bukhari, Kitab Ahadith al-Anbiya’).

In diesen gesegneten Tagen, die zeitlich zusammenfallen mit dem muslimischen Opferfest, das den Glauben des Propheten Abraham erinnert, beten wir, dass das Neue Jahr der ganzen leidenden Welt Heilung und Friede bringen möge. Gottes Weigerung, als Abraham ihm anstelle eines Schafbocks seinen Sohn opfern wollte, ist für die Gegenwart eine göttliche Anweisung und ein mächtiger Auftrag für alle Gläubigen der abrahamitischen Religionen, stets das Äußerste zu tun, um jedes einzelne menschliche Leben zu retten, hochzuhalten und hochzuschätzen - vor allem das Leben jedes einzelnen Kindes. Wir wollen noch einmal festhalten, dass in diesem Jahr muslimische Gelehrte eine historische Erklärung veröffentlichten, in der sie die Heiligkeit des menschlichen Lebens - von wirklich jedem menschlichen Leben - als eine wesentliche und grundlegende Lehre des Islam bekräftigten, über die alle muslimischen Gelehrten einmütig übereinstimmen

Möge im kommenden Jahr die Heiligkeit und Würde des menschlichen Lebens von allen hochgehalten werden. Möge es ein Jahr der tiefen Reue vor Gott sein, und gegenseitiger Vergebung innerhalb und zwischen den verschiedenen Gemeinschaften.

Gepriesen sei Gott, der Herr der Welten."



Lesen Sie dazu auch:
Offener Brief und Aufruf muslimischer Führer an die Führer der christlichen Kirchen
Jesus im Islam - Rasul Allah – der Gesandte Gottes
Papst Benedikt: „Wir sollten auf das sehen, was uns eint: nämlich der Glaube an den einen Gott“

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