Artikel Mittwoch, 08.08.2007 |  Drucken

Wenn einer ein Visum für Deutschland haben will…dann kann er was erleben! - Wie einem Mitarbeiter der Grünhelme seine Frau und seinem Kind die Visa verweigert werden. Von Rupert Neudeck

Zobair Akhi, Teamleiter und Vertreter der GRÜNHELME in Afghanistan, wird nach 14 Tagen das Visum für seine Frau und sein 6 Monate altes Kind verweigert. Die deutschen Konsulatsbehörden lehnen ab. Christel und Rupert Neudeck hatten (auch mit ihrer Rente und Einkommen) die Garantie übernommen und damit den Besuchswunsch der drei Akhis bekräftigt. Zobair Akhis Frau ist eine Lehrerin in Herat, heißt Mir Mahmood Maladi mit dem Rufnamen, bei ihren Freunden, also auch bei uns Dunja genannt. Sie ist 1982 in Herat geboren. Afghanen wissen in der Regel nicht ihren Geburtstag. Das Mädchen wurde am 21. Januar 2007 geboren und heißt Sofia Lisa Akhi. Am 26. Juli 2007 werden die Eheleute Akhi ins deutsche Konsulat zu Frau Weber bestellt. Zobair schreibt uns dazu:

„Frau Weber hat mir erklären wollen, dass das Konsulat einem deutschen Kind (in Wahrheit eine Deutsch-Afghanin) gar kein Visum ausstellen kann. Sie meint, da das Kind deutsch ist, muss für das Kind ein deutscher Reisepass beantragt werden.
Dann sagte sie, dass diesem Antrag noch ein kleines Problem im Wege steht: Das Konsulat darf/kann mir, also dem Zobair Akhi nicht glauben, dass dieses Kind, also die Sofia Lisa mein Kind ist. Deshalb muss ich vorher eine DNA Analyse von mir und meinem Kind machen lassen. Damit soll dann bewiesen werden, dass ich und keine anderer Vater dieses Kindes sei.
Die Frau Weber hat mir dann eine Liste von gerichtlich anerkannten Instituten in Deutschland gegeben, die ich für teures Geld beauftragen kann. Die können innerhalb von zwei bis drei Wochen die Teströhrchen nach Kabul schicken und mein Kind und ich können dann in dem Konsulat die Proben abgeben. Nach weiteren zwei bis drei Wochen können dann die Ergebnisse da sein, und dann kann das Konsulat dem Kind eventuell einen Kinderpass ausstellen.
Vielleicht sind Dunja und Zobair Akhi doch ein bisschen altmodisch und haben diesen Vorschlag als eine kleine Beleidigung des deutschen Staates empfunden.“ Am 5. August wurde Zobair Akhi gesagt: Die Visa-Anträge sind abgelehnt. Ohne Begründung.

Die GRÜNHELME finden das Verhalten der deutschen Behörden skandalös. Wir haben im Juli 2007 mit Herrn Akhi drei neue Schulen eröffnet, die alle in Dörfern der Provinz Herat gebaut wurden. Die Grünhelme haben unter seiner Leitung bereits 23 Schulen fertiggestellt.




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