Newsnational Dienstag, 08.12.2020 |  Drucken


Logo Koordinationsrat der Muslime (KRM) mit allen muslimischen Dachverbänden wie z.B. ZMD (Zentralrat der Muslime in Deutschland e.V.)
Logo Koordinationsrat der Muslime (KRM) mit allen muslimischen Dachverbänden wie z.B. ZMD (Zentralrat der Muslime in Deutschland e.V.)

Studie: Migrantenverbände brauchen besseren Zugang zu Politik - Lob von Staatssekretär Kerber an muslim. Dachverbände

Mit Blick auf den anstehenden Lockdown im März haben muslimische Dachverbände noch vor den Kirchen und den jüdischen Vertretern sich bei ihm gemeldet. Vor Ramadan hätten sie bereits erste Vorschläge für Hygienekonzepte gemacht und sich auch am Maßnahmenkatalog der Bundesregierung zum Kampf gegen Rechtsextremismus und Rassismus eingebracht, so Kerber.

Berlin Migrantenorganisationen sind wichtige Wegbereiter für die Integration, haben aber oft keine ausreichenden Möglichkeiten, sich politisch zu beteiligen. Das ist ein Ergebnis einer Studie des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration, die am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde. Die Autoren der Studie regen daher an, die Verbände besser zu unterstützen und sie auch an der Erarbeitung von Integrationskonzepten verstärkt zu beteiligen.

Behörden haben laut der Untersuchung erkannt, wie viel die Organisationen etwa durch Übersetzung, Begleitung bei Behördengängen oder Beratungen leisten. Zwar gebe es in vielen Kommunen angegliederte Integrationsbeiräte, ihr oft ehrenamtliches Engagement stoße aber oft an Grenzen. Zudem seien sie nach eigenen Aussagen an aktiver Politikgestaltung kaum beteiligt. Entsprechend müssten Menschen mit Migrationshintergrund wie auch die organisierte migrantische Zivilgesellschaft einen besseren Zugang zur allgemeinen politischen Vertretung erhalten.

"Die Entwicklung der Migrantenorganisationen hin zu Dachverbänden ist alternativlos. Ich sehe bei den Verbänden einen Prozess der Professionalisierung. Besonders seit 2015 hat sich die Agenda durch die Fluchtmigration noch einmal massiv verändert und die Verbände hätten die Aufgabe angenommen, sich um die Integration der Geflüchteten zu kümmern.", betonte Staatssekretär des Bundesinnenministerium, Markus Kerber.


Motto des diesjährigen "Tag der offenen Moschee" 2020 (ToM)

Motto des diesjährigen "Tag der offenen Moschee" 2020 (ToM)
Hygienekonzepte wurden frühzeitig von muslimischen Verbänden entwickelt - auch Konzepte zu Ramadan

Zugleich verweisen die Autoren auf Beispiele für eine gelungene Repräsentation von Menschen mit Einwanderungsgeschichte in Gremien und Ämtern. So seien Migrantenorganisationen an der Entwicklung des Nationalen Aktionsplans für Integration beteiligt. Auch wird die Bundeskonferenz der Migrantenorganisationen (BKMO) im Stiftungsrat der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt vertreten sein.

Der Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Markus Kerber, betonte, aus seiner Sicht sei die Entwicklung der Migrantenorganisationen hin zu Dachverbänden "alternativlos". Er sehe bei den Verbänden einen "Prozess der Professionalisierung". Besonders seit 2015 habe sich die Agenda durch die Fluchtmigration noch einmal massiv verändert und die Verbände hätten die Aufgabe angenommen, sich um die Integration der Geflüchteten zu kümmern.


Die Wichtigkeit der Hygiene im Islam und in Pandemien

Die Wichtigkeit der Hygiene im Islam und in Pandemien
Im Kampf gegen Rechtsextremismus und Rassismus vorne mit dabei - In den Maßnahmenkatalog der Bundesregierung miteingebracht und Vorschläge gemacht

Als positives Beispiel für eine fortschreitende Professionalisierung der Verbände nannte Kerber, dass sich im vergangenen März mit Blick auf den anstehenden Lockdown muslimische Dachverbände noch vor den Kirchen und den jüdischen Vertretern bei ihm gemeldet hätten. Mit Blick auf den Ramadan hätten sie bereits erste Vorschläge für Hygienekonzepte gemacht. Auch an der Erarbeitung des Maßnahmenkatalogs der Bundesregierung zum Kampf gegen Rechtsextremismus und Rassismus, der in der vergangenen Woche vorgestellt wurde, hätten sich Migrantenverbände eingebracht.

Laut Sachverständigenrat waren an der Untersuchung mehr als 700 Migrantenorganisationen beteiligt.



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