Newsnational Dienstag, 18.12.2018 |  Drucken

UN-Flüchtlingspakt als Chance für die Weltgemeinschaft

Nach der Annahme des Migrationspakt haben sich die Vereinten Nationen auf einen Pakt zum Umgang mit Flüchtlingen. Weltweit sind 68,5 Millionen Menschen auf der Flucht.

New York/Berlin - In New York hat die UN-Generalversammlung am 17.12.2018 dem "Globalen Pakt für Flüchtlinge" zugestimmt. Mit ihm soll die Flüchtlingshilfe effizienter, fairer und schneller werden, sodass Menschen, die vor Krieg, Verfolgung und Menschenrechtsverletzungen fliehen müssen, besser geholfen wird.

Der UN-Flüchtlingspakt folgt damit dem deutlich umstrittenen UN-Migrationspakt. Dieser wurde vor einer Woche auf einem Gipfel im marrokanischen Marrakesch von 164 der 193 UN-Mitgliedsstaaten angenommen und wurde im Vorfeld der Abstimmung, u.a. auch in Deutschland, heftig diskutiert.

68,5 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht – Tendenz steigend

Ende 2017 waren 68,5 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht, Tendenz steigend. 85 Prozent der Flüchtlinge leben in Entwicklungsländern. Diese Staaten, wie Bangladesch, Jordanien oder der Libanon, sollen durch den Pakt nun entlastet werden. Gleichzeitig bietet der Pakt einen Rahmen, wie humanitäre und finanzielle Hilfen ausgebaut werden können, um zum Beispiel Kindern Schulbesuche zu ermöglichen.

"Alle zwei Sekunden wird ein Mensch zur Flucht gezwungen: niemand verzichtet freiwillig auf Sicherheit und Grundrechte. Oft sind Geflüchtete gleichzeitig Geißeln der jeweiligen politischen Unruhen und wollen zurück in ihre Heimat, können aber nicht. Für diese globale Herausforderung brauchen wir dieses weltweite Bekenntnis, um die Situation von Flüchtlingen verbessern zu können", kommentiert der Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe, Peter Ruhenstroth-Bauer, die Bedeutung eines globalen Flüchtlingsabkommens.

Lebensbedingungen von Flüchtlingen vor Ort verbessern

Der "Globale Pakt für Flüchtlinge" ist für die Staaten ein rechtlich nicht bindendes Regelwerk. Jeder Staat lege somit selbst fest, inwieweit er sich – auf freiwilliger Basis – am Erreichen der gemeinsamen Ziele beteilige. Bindend bleibt weiterhin die 1951 vereinbarte Genfer Flüchtlingskonvention, die auch Deutschland unterzeichnet hat.

Der UN-Flüchtlingspakt setzt darauf, dass Entwicklungshilfe auch demjenigen helfen soll, der sie gibt. Vier zentrale Ziele werden beschrieben: So soll er den Druck auf die Aufnahmeländer mindern, die Eigenständigkeit von Flüchtlingen fördern, den Zugang zu Resettlement und anderen humanitären Aufnahmeprogrammen in Drittstaaten ausweiten sowie die Bedingungen schaffen, die eine Rückkehr in das Heimatland in Sicherheit und Würde ermöglichen. Kurz: Die Lebensbedingungen von Millionen Flüchtlingen sollen verbessert werden.


Deutschlandfunk/Presseportal/Tagesschau




Wollen Sie einen
Kommentar oder Artikel dazu schreiben?
Unterstützen
Sie islam.de
Diesen Artikel bookmarken:

Twitter Facebook MySpace deli.cio.us Digg Folkd Google Bookmarks
Linkarena Mister Wong Newsvine reddit StumbleUpon Windows Live Yahoo! Bookmarks Yigg
Diesen Artikel weiterempfehlen:

Anzeige

Hintergrund/Debatte

Islamischen Theologe aus Münster und Stellvertretender Leiter des ZIT, Ahmad Milad Karimi erhält "Voltaire-Preis" der Uni Potsdam
...mehr

Grundstein für interreligiöses "House of one" am 14. April 2020
...mehr

Interview mit der stellvertretenden Vorsitzenden des ZMD Nurhan Soykan - WARUM ICH GLAUBE
...mehr

Rabbiner Henry G. Brandt: Antisemitismus besser mit Dialog als Polizei bekämpfen
...mehr

Ditib Hessen kommt Land wegen Islam-Unterricht entgegen
...mehr

Alle Debattenbeiträge...

Die Pilgerfahrt

Die Pilgerfahrt (Hadj) -  exklusive Zusammenstellung Dr. Nadeem Elyas

88 Seiten mit Bildern, Hadithen, Quran Zitaten und Erläuterungen

Termine

Islamische Feiertage
Islamische Feiertage 2019 - 2027

Tv-Tipps
aktuelle Tipps zum TV-Programm

Gebetszeiten
Die Gebetszeiten zu Ihrer Stadt im Jahresplan

Der Koran – 1400 Jahre, aktuell und mitten im Leben

Marwa El-Sherbini: 1977 bis 2009