Newsnational Montag, 21.05.2018 |  Drucken

Grübel macht AfD für Übergriffe auf Muslime mitverantwortlich

Der neue Regierungsbeauftragte für Religionsfreiheit, Markus Grübel, macht die AfD mitverantwortlich für Übergriffe auf Muslime. Außerdem beobachtet der CDU-Politiker einen gefährlichen Trend.

Der Beauftragte der Bundesregierung für Religionsfreiheit, Markus Grübel (CDU), hat der AfD vorgeworfen, mit negativen Äußerungen über den Islam Übergriffe auf Muslime zu befördern. "Wenn Alice Weidel abfällig von 'Kopftuchmädchen' spricht, bereitet sie den Nährboden für feindselige Handlungen gegenüber Muslimen", sagte Grübel der "Welt" (Dienstag). Seit Jahren sinke die Hemmschwelle, fremdenfeindliche Parolen auszusprechen, die früher "unsagbar" gewesen wären.

Die AfD-Fraktionsvorsitzende Weidel hatte am Mittwoch im Bundestag eine stark gewachsene Zuwanderung, vor allem durch Muslime, kritisiert. Sie sprach davon, dass Deutschland zu einem grenzenlosen Einwanderungsland für Unqualifizierte und einem Auswanderungsland für Hochqualifizierte geworden sei. "Burkas, Kopftuchmädchen und alimentierte Messermänner und sonstige Taugenichtse werden unseren Wohlstand, das Wirtschaftswachstum und vor allem den Sozialstaat nicht sichern", so Weidel wörtlich.Zuletzt hatte es mehrere Übergriffe auf kopftuchtragende Frauen gegeben. Grübel sagte der Zeitung: "Es ist unerträglich, dass muslimische Frauen und Männer auf offener Straße angegriffen werden." In Deutschland müsse jeder Mensch seine religiöse Überzeugung nach außen sichtbar tragen dürfen - "egal ob es sich dabei um eine Kippa, ein Kreuz oder ein Kopftuch handelt".

Die innenpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Irene Mihalic, forderte, islamfeindliche Straftaten "aktuell sehr ernst" zu nehmen. Ein Großteil werde dem rechten Spektrum zugeordnet. "Gerade mit Blick auf den NSU ist es wichtig, das Wissen um diesen Zusammenhang bei den Sicherheitsbehörden und in der Gesellschaft präsent zu halten."Nach Worten der innenpolitischen Sprecherin der Links-Fraktion, Ulla Jelpke, sind die in den offiziellen Statistiken erfassten islamfeindlichen Straftaten "nur die Spitze des Eisbergs". Jeden Monat komme es zu einer Vielzahl muslimfeindlicher Übergriffe, Beleidigungen und Drohungen bis hin zu tätlichen Übergriffen und Anschlägen auf Moscheen.

Jelpke forderte ein klares Signal der Politik, dass Diskriminierungen von Muslimen aufgrund ihres Glaubens nicht toleriert würden. "So richtig ein entschiedenes Vorgehen gegen Antisemitismus nicht nur aufgrund der deutschen Geschichte ist, so wichtig ist es, darüber die Vielzahl muslim- und islamfeindlicher Vorfälle nicht in Vergessenheit geraten zu lassen."




Wollen Sie einen
Kommentar oder Artikel dazu schreiben?
Unterstützen
Sie islam.de
Diesen Artikel bookmarken:

Twitter Facebook MySpace deli.cio.us Digg Folkd Google Bookmarks
Linkarena Mister Wong Newsvine reddit StumbleUpon Windows Live Yahoo! Bookmarks Yigg
Diesen Artikel weiterempfehlen:

Anzeige

Hintergrund/Debatte

Rabbiner Henry G. Brandt: Antisemitismus besser mit Dialog als Polizei bekämpfen
...mehr

Ditib Hessen kommt Land wegen Islam-Unterricht entgegen
...mehr

Broschüre "Antimuslimischer Rassismus - Wandel durch Kontakte" - Herausgegeben von Jürgen Micksch
...mehr

Jubiläumsveranstaltung Zehn Jahre Deutschlandstiftung Integration
...mehr

Internationale Konferenz zum Interreligiösen Dialog „Vom Dialog zur Zusammenarbeit zwischen Religionen und Zivilisationen“ in Berlin u.a. mit ZMD-Vors. Aiman Mazyek
...mehr

Alle Debattenbeiträge...

Die Pilgerfahrt

Die Pilgerfahrt (Hadj) -  exklusive Zusammenstellung Dr. Nadeem Elyas

88 Seiten mit Bildern, Hadithen, Quran Zitaten und Erläuterungen

Termine

Islamische Feiertage
Islamische Feiertage 2015 - 2019

Tv-Tipps
aktuelle Tipps zum TV-Programm

Gebetszeiten
Die Gebetszeiten zu Ihrer Stadt im Jahresplan

Der Koran – 1400 Jahre, aktuell und mitten im Leben

Marwa El-Sherbini: 1977 bis 2009