Newsinternational Mittwoch, 25.04.2018 |  Drucken

Organisationen mahnen zu mehr Hilfe vor Geberkonferenz zu Syrien

Geberkonferenz in Brüssel fordern Helfer mehr Unterstützung. Auch die Welthungerhilfe warnte vor einer humanitären Katastrophe in Idlib angesichts der chaotischen Gemengelage. Mehrere Hilfsorganisationen beklagten, es gebe weiterhin massive Schwierigkeiten beim Zugang zu notleidenden Menschen.

Vor der Syrien-Geberkonferenz in Brüssel fordern Helfer mehr Unterstützung für die Zivilbevölkerung. Nach sieben Jahren Krieg und vielen unerfüllten Versprechen auf eine Besserung der Lage mache sich unter den Menschen eine "große Ernüchterung" breit, sagte der Leiter des UN-Welternährungsprogramms, Jakob Kern, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Montag). Für die 13 Millionen Syrer, die humanitäre Hilfe benötigten, stelle sich die Situation als "schlimmer den je" dar. "Sie haben ihre Reserven aufgezehrt. Das Geld ist aufgebraucht, in den belagerten Regionen sind die Möbel verheizt, weil sie zum Heizen und Kochen verwendet wurden."

Als besonders prekär bezeichnete Kern die Lage in der nordwestlichen Provinz Idlib, wo besonders viele Binnenvertriebene und Ex-Kämpfer bewaffneter Gruppen lebten, und das einst vom "Islamischen Staat" (IS) beherrschte Rakka. Dort hätten sich inzwischen wieder rund 100.000 Menschen niedergelassen. Die Stadt sei allerdings immer noch völlig zerstört und in weiten Teilen vermint. Allein Letzteres führe täglich zu zwei bis drei Toten. Überdies hätten Polizei und Behörden in Rakka ihre Arbeit noch nicht aufnehmen können.

Auch die Welthungerhilfe warnte vor einer humanitären Katastrophe in Idlib angesichts der chaotischen Gemengelage. Bis zu 700.000 Menschen könnten dort von drohenden Kämpfen betroffen sein, so Präsidentin Bärbel Dieckmann. "Ohne eine politische Lösung sitzen sie möglicherweise in der Falle."

Auf der Geberkonferenz am Dienstag in Brüssel wollen sich EU und UN über die humanitäre Hilfe für Syrien verständigen sowie Möglichkeiten für Friedensgespräche ausloten. Zuletzt hatten die USA, Frankreich und Großbritannien Ziele in dem Land bombardiert, weil das Regime von Baschar al Assad Giftgas gegen die eigene Bevölkerung eingesetzt haben soll.

Mehrere Hilfsorganisationen beklagten, es gebe weiterhin massive Schwierigkeiten beim Zugang zu notleidenden Menschen. Im vergangenen Jahr genehmigte die syrische Regierung laut UN-Angaben lediglich 47 von 172 beantragten Hilfskonvois. Gleichzeitig gerieten Helfer ins Visier der Kriegsparteien. In Syrien und den Nachbarstaaten könnten rund 2,7 Millionen Kinder teils seit Jahren nicht mehr zur Schule gehen, heißt es in der unter anderem von Care, Oxfam und Handicap International veröffentlichten Erklärung.

Die Organisationen forderten die Einhaltung der bereits gemachten Zusagen und eine zusätzliche Aufstockung der Mittel. Mark Schnellbächer vom International Rescue Committee fügte hinzu: "Syrien ist nicht sicher und nicht auf die Rückkehr von Flüchtlingen vorbereitet. Die Teilnehmer der Konferenz müssen das anerkennen, sich für die Rechte der Flüchtlinge einsetzen und die Nachbarländer Syriens unterstützen, die rund 5,6 Millionen Menschen aufgenommen haben." (KNA)




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