Newsnational Mittwoch, 23.03.2005 |  Drucken

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"Wer sich vom Dialog distanziert, riskiert"

Begegnung zwischen Christen und Muslimen in Rüdesheim - Abriss über die 300-jährige Geschichte der Muslime in Deutschland von Schech Bashir Dultz

Rüdesheim - "Ich würde mich freuen, wenn es weitere Begegnungen zwischen Christen und Muslimen gibt." Es war eine junge Muslimin, die diesen Wunsch am Ende der Dialogveranstaltung "Musliminnen und Muslime in Deutschland aus christlicher und muslimischer Sicht" äußerte. Auch die anderen Teilnehmer - Muslime wie Christen - signalisierten Interesse an einer Fortsetzung des Austausches. Für den Rheingauer Islamischen Kulturverein und die Islamische Religionsgemeinschaft Hessen-West/Wiesbaden, die zur Veranstaltung eingeladen hatten, ein Grund zur Freude. "Dialog ist wichtig. Wer sich distanziert, riskiert Missverständnisse", sagte Moderator Ishrat Khan. Voraussetzung sei, dass alle Muslime die deutsche Sprache erlernen.

Als Referenten begrüßte Khan den Vorsitzenden der Deutschen Muslim-Liga Bonn, Schech Bashir Dultz, und den katholischen Bezirksdekan im Rheingau, Thomas Löhr. Dultz, unter anderem auch Delegierter im Zentralrat der Muslime, gab einen Abriss über die 300-jährige Geschichte der Muslime in Deutschland. Darüber hinaus informierte er über den Koran. Wichtig war Dultz zu betonen, dass es nur einen Gott gibt. "Nur unsere Vorstellungen von Gott sind verschieden." Löhr, katholischer Pfarrer in Rüdesheim, informierte über "die prall gefüllte Geschichte der Begegnungen" zwischen Christentum und Islam: "Der Islam wurde in vielen Bereichen durch die Auseinandersetzung mit dem Christentum und dem Judentum geprägt."

Umgekehrt sei die abendländische Kultur von den Moslems beeinflusst worden. Wer heute über Christen und Muslime spreche, müsse sich im Klaren sein, dass "neben religiösen immer nationale und kulturelle Aspekte eine Rolle spielen." Dies zeige sich auch bei Begegnungen in Kindergärten, Schulen oder Krankenhäusern. Die Besucher der Veranstaltung hatten unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Ein Mädchen fühlte sich wegen ihres Kopftuches in einer Schule benachteiligt. Ganz anders erging es einer Frau mit ihrem Nachwuchs in einem evangelischen Kindergarten. Dort sei man offen auf sie zugegangen und habe sich für ihre Kultur interessiert (Wiesbadener Kurier, Kerstin Prosch)




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