Newsnational Mittwoch, 09.12.2015 |  Drucken

Präsident des technischen Hilfswerks besucht Zentralrat der Muslime in Deutschland

Zusammenarbeit wird angestrebt, insbesondere die Bereiche Flüchtlingsarbeit und Ehrenamt wurden erörtert

„Wir wollen mehr über andere Kulturen erfahren, deshalb sind wir hier“, dies erklärte am 02.12.2015 den Präsidenten des technischen Hilfswerk Albrecht Broemme und dessen Leiterin des Leitungsstabs Frau Katrin Klüber in der Hauptgeschäftsstelle des Zentralrates der Muslime in Deutschland (ZMD) e.V. in Köln. Zentralratsvorsitzender Aiman Mazyek hieß die prominenten THW-Gäste herzlich willkommen und zeigte erfreut, dass gerade in schwierigen Zeiten wie diese eine Zusammenarbeit umso wichtig ist.

Die deutsche Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) wurde am 22. August 1950 als Zivil- und Katastrophenschutzorganisation des Bundes gegründet. Die Bundesoberbehörde untersteht dem Bundesministerium des Innern und hat ihren Sitz in Bonn-Lengsdorf. Heute beherbergt das THW bundesweit etwa 668 Ortverbände. 

Der ZMD  wird gerne THW bei seinem kultursensible Handeln in In- und Auslandseinsätzen in Zukunft unterstützen und dazu beitragen diese Arbeit zu optimieren und zum anderen Menschen mit Migrationshintergrund für ein ehrenamtliches Engagement beim THW zu erreichen. In diesem Zusammenhang wird eine Kooperation angestrebt, die vom THW Präsident und ZMD-Vorsitzenden beiderseitig ausdrücklich begrüßt wurde. Geplant ist auch ein Knigge für des THW, über Menschen mit Migrationshintergrund und über die Gepflogenheit des Islams für THW-Mitarbeiter.

Die Besonderheit des ZMD, der vielen Ethnien und Richtungen innerhalb der Religionsgemeinschaft kommt dabei eine besondere Rolle und Kompetenz zu. Herr Broemme brachte es auf den Punkt: „Wir haben kein Problem mit dem Kopftuch“. Beim THW spielt die Religionszugehörigkeit eine untergeordnete Rolle, entscheidend ist also was man/Frau im Kopf bzw. im Herzen trägt und ob Bereitschaft zum zivilgesellschaftlichen Engagement vorhanden ist.

Der ZMD-Flüchtlingsbeauftragte Dr. Ernes Erko Kalac und die Leiterin der Abteilung „Islamische Wohlfahrtspflege“ Ihlam El Morabiti weilten der Besprechung bei. Beide sprachen sich für eine Aufklärungsarbeit beispielsweise in Bezug auf Ehrenamt und Konfessionszugehörigkeit aus, da es momentan noch Missverständnisse. Die Bereitschaft zum Ehrenamt ist gerade bei den Muslimen sehr stark vertreten (s. Flüchtlingsarbeit in den Gemeinden), doch fehlen Kenntnisse über die Möglichkeiten Vielfalt in der Gesellschaft. Es sind weitere Gespräche in Planung, um die Zusammenarbeit zwischen dem ZMD und dem THW fortzusetzen.
In diesem Zusammenhang ist in der nächsten Zeit eine Art interkulturelle Begegnung in einer ZMD-Moschee mit einem THW-Ortsverband geplant und  Ende Januar 2016 wird seitens des ZMD geplante Flüchtlingskonferenz eine Gesprächsplattform sein, die unter Anderem durch die langjährige Erfahrung des THWs bereichert wird.



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