Newsinternational Montag, 28.09.2015 |  Drucken

Putin eröffnet Moskauer Großmoschee

Mufti: «entscheidenden Meilenstein» für die Muslime in Russland- An der Zeremonie nahmen auch der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas teil

Moskau (KNA) Im Beisein von Russlands Staatsoberhaupt Wladimir Putin
ist in Moskau am Mittwoch eine der größten Moscheen Europas eröffnet
worden. An der Stelle der 2011 abgerissenen Zentralmoschee der
russischen Hauptstadt erhebt sich jetzt die Juma-Moschee, die 10.000
Menschen Platz bietet. Sie ist mit fast 19.000 Quadratmetern 20 Mal
so groß wie der 1904 errichtete Vorgängerbau.

Der Vorsitzende des russischen Muftirats, Rawil Gainutdin, nannte die
Eröffnung einen «entscheidenden Meilenstein» für die Muslime und das
Land. An der Zeremonie nahmen auch der türkische Staatspräsident
Recep Tayyip Erdogan und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas teil.
Für den Bau des Gotteshauses hatten Muslime laut dem Muftirat rund 90
Millionen Euro gespendet. Hauptgeldgeber ist der Geschäftsmann
Süleyman Kerimow, einer der reichsten Männer des Landes. Auch die
Türkei und Palästina steuerten den Angaben zufolge große Summen bei,
nicht jedoch die russische Regierung und die Stadt Moskau.

Die alte Hauptmoschee war viel zu klein, um an hohen islamischen
Feiertagen alle Gläubigen aufnehmen zu können. Deswegen beteten
Tausende Muslime stattdessen auf der Straße vor der Moschee. Die
außen vergoldete Hauptkuppel des neuen Gotteshauses ist 46 Meter hoch
und verfügt über zwei große und weitere kleine Minarette. Zu dem
Komplex gehören mehrere Gebets- und Konferenzräume, ein Hotel sowie
Bibliotheken.

Rund 20 Millionen der 144 Millionen Russen sind Muslime. Der Islam
fasste bereits vor der Christianisierung auf dem Gebiet des heutigen
Russlands Fuß. Die älteste noch bestehende Moschee des Landes in
Derbent in Dagestan wurde bereits 773 errichtet. Das Christentum
breitete sich erst 988 aus, als sich Großfürst Wladimir nach
byzantinischem Ritus taufen ließ.

Die türkische Regierung unterstützt auch den Bau einer Moschee in der
Krim-Hauptstadt Simferopol. Mit ihm soll in wenigen Tagen begonnen
werden. Unterstützung für Moscheebauten im Ausland ist seit einigen
Jahren ein fester Bestandteil der türkischen Außenpolitik.



Ähnliche Artikel

» Nach langem Zögern geht Obama in die Moschee
» Tatarstan - Der islamische Teil Russlands
» Erneuter Anschlag auf die Türkei in Izmir
» Moschee in Berlin-Wedding beschmiert
» Frankfurter Buchmesse war wieder ein Kulturfest

Wollen Sie einen
Kommentar oder Artikel dazu schreiben?
Unterstützen
Sie islam.de
Diesen Artikel bookmarken:

Twitter Facebook MySpace deli.cio.us Digg Folkd Google Bookmarks
Linkarena Mister Wong Newsvine reddit StumbleUpon Windows Live Yahoo! Bookmarks Yigg
Diesen Artikel weiterempfehlen:

Anzeige

Hintergrund/Debatte

Demo im Mainz mit u.a. OB & ZMD unter dem Motto: "Nie wieder33 - Mainz ist unteilbar" / ZMD-Landesvorsitzende Laabdellaoui: "Ein Monoklultur, die Vielfalt, Demokratie und Freiheit verwehrt, ist keine Alternative für unsere pluralistische Gesellschaft in Deutschland"
...mehr

ZMD-Vorsitzender Aiman Mazyek spricht beim traditionellen Neujahrsempfang der Schura Paderborn: Wichtiges Ereignis im Kalender der Stadt – „Dialog- und Friedensarbeit in diesen Zeiten nicht hoch genug zu bewerten“
...mehr

Verfassungsrechtler: Kopftuchverbot für Schüler ist rechtswidrig
...mehr

ZMD Aktionsplan: Anlässlich der internationalen Wochen gegen Rassismus vom 16.-29.03.2020 / Musterpredigt,Flyer,Downloads
...mehr

ZMD Vorsitzende Landesverband Rheinland-Pfalz Malika Laabdellaoui zu Gast beim Neujahrsempfang der Ministerpräsidentin Malu Dreyer
...mehr

Alle Debattenbeiträge...

Die Pilgerfahrt

Die Pilgerfahrt (Hadj) -  exklusive Zusammenstellung Dr. Nadeem Elyas

88 Seiten mit Bildern, Hadithen, Quran Zitaten und Erläuterungen

Termine

Islamische Feiertage
Islamische Feiertage 2019 - 2027

Tv-Tipps
aktuelle Tipps zum TV-Programm

Gebetszeiten
Die Gebetszeiten zu Ihrer Stadt im Jahresplan

Der Koran – 1400 Jahre, aktuell und mitten im Leben

Marwa El-Sherbini: 1977 bis 2009