Artikel Donnerstag, 02.07.2015 |  Drucken

"Gott liebt, Menschen töten" - Die Gewaltlosigkeit in der Praxis der ersten Muslime und die Grenzen der Gewaltlosigkeit. Ein Essay von Muhammad Sameer Murtaza

Die allegorische Urgeschichte vom gemeinsamen Ursprung aller Menschen und dem Bruch des menschlichen Miteinanders in Folge des ersten Mordes lehren, dass ohne Ehrfurcht vor dem Leben, die Menschheit keine Zukunft haben wird.
Noch nie in der Geschichte hat es so viele tödliche Waffen in der Hand so vieler Menschen gegeben wie heute. Weltweit gibt es sechshundert Hersteller von Kleinwaffen und leichten Waffen, von denen Anfang des 21. Jahrhunderts 550 Millionen im Umlauf waren. Eine halbe Million Menschen sind nach einer Studie des Roten Kreuzes 1999 allein durch Kleinwaffen zu Tode gekommen. Dies macht Kleinwaffen neben atomaren, chemischen und biologischen Waffen zu den eigentlichen Massenvernichtungswaffen unserer Zeit.1 Wer Waffen baut, wer Waffen verkauft, wer Waffen kauft, der will das getötet wird, der will töten. Albert Einstein (gest. 1955) sagte einmal: „Ich bin nicht sicher, mit welchen Waffen der dritte Weltkrieg ausgetragen wird, aber im vierten Weltkrieg werden sie mit Stöcken und Steinen kämpfen.“2 Ein weiterer großer Krieg wird den Zusammenbruch jeglicher Zivilisation bedeuten. Er wird das Primat des Stärkeren implementieren und ein Scheitern des Menschen in der Schöpfung darstellen. Bereits bei seiner Erschaffung klagten die Engel Gott gegenüber besorgt: „Willst du auf ihr einen einsetzen, der auf ihr Verderben anrichtet und Blut vergießt? Wir verkünden doch Dein Lob und rühmen Dich.“ (2:30) Wir Menschen also müssen sehr schnell und sehr bald eine Alternative zu Gewalt, kapitalistischer Ausbeutung, Ressourcenknappheit, Krieg und atomarer Apokalypse finden. Martin Luther King (gest. 1968) schrieb: „Gemeinsam müssen wir lernen, als Brüder zu leben, oder wir werden gemeinsam gezwungen sein, als Toren zu sterben.

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