Newsinternational Freitag, 01.02.2013 |  Drucken


Deutschlandbesuch des ersten frei gewählten ägyptischen Staatschef

ZMD-Vorsitzender Mazyek: "Vertrauensvoll und im Interesse des ägyptischen und deutschen Volkes sollte Deutschland den Aufbau ziviler und demokratischer Strukturen am Nil unterstützen"

Für den ägyptischen Staatschef, der seit Juni 2012 im Amt ist, ist der Berlin-Besuch einer der ersten offiziellen Aufenthalte im Westen. Mursi will um mehr private Investitionen aus Deutschland werben. Die andauernde Krise zwei Jahre nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Husni Mubarak wirkt sich auch auf die ägyptische Wirtschaft aus, der Tourismus hat ebenfalls darunter zu leiden.

Außenminister Guido Westerwelle riet trotz der Unruhen zu Geduld. „Ich rate uns, geben wir der Revolution in Ägypten – bei allen Bildern, die uns schockieren - dennoch eine Chance“, sagte der FDP-Politiker im ARD-„Morgenmagazin“. Zugleich machte Westerwelle deutlich, dass die deutsche Unterstützung für Mursi an Bedingungen geknüpft ist. „Die Transformationspartnerschaft, die wir angeboten haben, hängt klar davon ab, dass auch die demokratische Entwicklung in Ägypten vorwärtsgeht.

Anlässlich des Staatsbesuches des ägyptischen Staatspräsidenten Muhamed Mursi in Deutschland wohnte der Vorsitzende des Zentralrates der Muslime in Deutschland (ZMD) Aiman A. Mazyek seiner Rede und einem Empfang im Rahmen einer Veranstaltung der Körber-Stiftung bei.

Dazu sagte Mazyek im Vorfeld: „Wir freuen uns, dass ein erstmals in der Geschichte Ägyptens demokratisch legitimierter Staatspräsident trotz der gegenwärtigen Unruhen im eigenen Land  Deutschland besucht. Vertrauensvoll und im Interesse des ägyptischen und deutschen Volkes sollte Deutschland den Aufbau ziviler und demokratischer Strukturen am Nil unterstützen. Denn nach wieder gewonnener Freiheit und ersten freien Wahlen braucht Ägypten neben dem Wirtschaftsaufbau und der Aufarbeitung des Unrechtes des alten Regimes nichts mehr als eine funktionierende Zivilgesellschaft. Wir sind bereit, unseren Beitrag für den Aufbau solch einer fruchtbaren deutschen Brücke zur Arabischen Republik zu leisten.“



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