Newsnational Mittwoch, 12.12.2012 |  Drucken

Koordinationsrat der Muslime stellt „NSU-Dossier" vor

ZMD-Vorsitzende Mazyek: „Der NSU-Terror ist nicht überall, aber überall sind noch zu viele Weggucker vor dem Rechtsextremismus“, sagte Mazyek. Man dürfe nicht die Augen vor dem Alltagsrassismus verschließen.

Unmittelbar vor der Jahrespressekonferenz von Generalbundesanwalt Harald Range am Mittwoch hat der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, die Ermittler zu „echten Konsequenzen“ aus dem Terror durch den Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) aufgefordert. In einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Mittwoch) sagte er: „Der NSU-Terror ist in Deutschland unser 9/11. Das müssen unsere Staatsschützer in Wort und Tat verinnerlichen, damit die vielen Menschen in diesem Land, die dem Staat jetzt misstrauen, wieder neuen Mut fassen können.“

Der Koordinationsrat der Muslime (KRM) in Deutschland, zu dem auch der Zentralrat gehört, will am Mittwoch ein „NSU-Dossier" vorstellen (siehe auch unterer Link). Darin fordert der KRM, aktiv mit den muslimischen Religionsgemeinschaften gemeinsam den Kampf gegen den Rechtsextremismus anzugehen. „Der NSU-Terror ist nicht überall, aber überall sind noch zu viele Weggucker vor den Rechtsextremismus“, sagte Mazyek.

Der Zentralratsvorsitzende warnte zudem, dass sich durch ein prinzipiell richtiges NPD-Verbotsverfahren eine „gefährlichen Verharmlosung“ des Rechtsextremismus einschleichen könne. „Wir dürfen die Augen vor dem Alltagsrassismus und dem strukturellen Rassismus in der Mitte unserer Gesellschaft nicht verschließen“, sagte er.

Chronik der ZMD Mitteillungen rund um die NSU Morde

Sehen Sie hier eine Zusammenstellung der Mitteilungen des Zentralrats der Muslime seit dem Bekanntwerden der NSU Morde:

11.- 20.11.11 ZMD zum rechtsextremistischen Terror in Deutschland nach Bekanntwerden der NSU-Morde (Auszüge aus der Presse)
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29.11.11 ZMD trifft Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich zusammen mit den Präsidenten des BKA und Verfassungsschutzes wegen Neonazi-Terror
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20.12.12 ZMD thematisiert in der Weihnachts- und Neujahrsgrußbotschaft des Zentralrates der Muslime in Deutschland 2011 Rassismus
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14.01.12 ZMD ruft seine Gemeinden dazu auf einen Sicherheitscheck wegen der rechtsextremistischen Gefahr durchführen zu lassen
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22.02.12: Pressemitteilung des ZMD anlässlich zentralen Staatsaktes für die Opfer des rechtsextremistischen Terrors
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16.03.12 Tag gegen Rassismus: ZMD warnt davor das Phänomen Rassismus alleine beim Rechtsradikalismus zu verorten
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28.03.12 Rede des ZMD-Vorsitzenden Aiman Mazyek auf dem Symposium des Bundesinnenministeriums "Inspire, YouTube & Co." im Wortlaut
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05.04.12 ZMD begrüßt die Erklärung der sieben von der Neonazi-Mordserie betroffenen deutschen Städte
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04.05.12 - ZMD erstattet Strafanzeige gegen Pro NRW
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24.08.12 ZMD zum Verbot dreier Neonazi-Gruppen und Razzien in der Rechtsextremisten-Szene durch Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD)
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31.08.12 Zentralrat der Muslime entsetzt über Angriff auf türkische Familie
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22.11. 12 ZMD erinnert an die Opfer von Mölln
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Lesen Sie dazu auch:
Dossier über den NSU Rechtsterror

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