Newsnational Donnerstag, 22.11.2012 |  Drucken

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Damalige Unterschätzung der Gefahren und Verharmlosung der rassistischen Motivation hat den heutigen NSU-Terror erst begünstigt

ZMD erinnert an die Opfer von Mölln

20 Jahre ist her, seit dem im Mölln Rechtsextremisten einen Brand legten, bei dem Yeliz Arslan(10) , Ayse Yilmaz(14) und Ihre Großmutter Bahide Arslan starben. Sieben Menschen wurden zudem verletzt. Die Täter sind längst auf freiem Fuß. Nach ihnen wurden noch viele Menschen aufgrund rassistischer Motivation in Deutschland getötet.

 „Wir müssen endlich begreifen, dass das gesellschaftliche Klima in Deutschland durch die rassistischen Mordanschläge von Mölln, Solingen oder Rostock bis hin zu den vielen rassistischen Morden, wie z.B. an Marwa El-Sherbini und die Anschläge auf Ausländer und muslimischen Einrichtungen, den NSU-Terror erst begünstigt hat“ , sagte dazu die Generalsekretärin des Zentralrates der Muslime in Deutschland, Nurhan Soykan.

"Während wir ein Jahr nach Bekanntwerden der NSU-Verbrechen bei den Sicherheitsbehörden ein eklatantes Versagen, Schredderaktionen und mit jedem Tag neue Wirren und Skandale erleben, sind viele in der Gesellschaft sich dessen immer noch nicht gewahr: Wir haben nicht nur das Problem struktureller Unterschätzung des Rechtsextremismus, sondern ebenso bis weit in die Mitte der Gesellschaft einen strukturellen Rassismus, der bis heute verharmlost, mindestens jedoch unterschätzt wird", so Soykan abschließend.

Rassismus sogar zugenommen und in der Mitte der Gesellschaft angekommen, weil keine Lehren aus Mölln gezogen worden sind

Damals, nach Mölln und Solingen, richtete sich der Protest auch gegen eine Regierung, die gefühllos und gleichgültig auf die rechte Gewalt reagierte oder sie sogar noch anzufachen schien. Heute dagegen gehen gleich mehrere Untersuchungsausschüsse der Frage nach, wie es so weit kommen konnte. Und mit dem Staatsakt für die Opfer der Neonazi-Zelle im Februar hat Angela Merkel deutlich gemacht, dass sie die NSU-Morde ernst nimmt. Viele Bürger, auch viele Migranten, sehen deshalb keinen Anlass zu breitem Protest. Aber dieser ist dennoch notwendig, weil heute der schleichende Rassismus sogar zugenommen hat und in der Mitte der Gesellschaft angekommen zu sein scheint.



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