Newsnational Samstag, 17.11.2012 |  Drucken

Weltkulturerbestätten der UNESCO in Syrien gefährdet

Gesellschaft für internationale Burgenkunde (GIB)bedauert die Zerstörungen des „Basar von Aleppo“ und anderer historischer Stätten - Umfangreiches Vortragsprogramm

Vor gut 12 Jahren hat die 1996 gegründete Aachener Gesellschaft für internationale Burgenkunde (GIB) unter ihrem langjährigen Vorsitzenden Architekt Dipl.-Ing. Bernhard Siepen beschlossen, ihrer Ausstellung Französische Donjons eine weitere Wanderausstellung, diesmal zum Thema Burgen und Basare, folgen zu lassen. Zwei Modelle sollten in ihr im Mittelpunkt stehen: ein Ausschnitt aus dem Welt größten Basar von Aleppo und ein Nachbau der Burg Crac des Chevaliers im Belagerungszustand unter Sultan Baibars, beide als Kulturerbestätten der UNESCO anerkannt, in Syrien gelegen. Ein aufwändiges Aufmass wurde im Auftrage der GIB noch 2002 seitens syrischer Architekten in Aleppo erstellt. Pläne des Crac erhielt die GIB dankenswerterweise von einem Denkmalpfleger aus Luxemburg. Die Burgen und Basare feierten Ende 2005 Premiere im Archäologischen Museum in Frankfurt am Main. Jung und Alt bestaunten die mit ca. 3.000 Figuren in Szene gesetzten Modelle.  Wenige Monate später reisten die Modelle, transportiert in Seecontainern, nach Washington D.C. zum Museum der National Geographic Society und noch 2009 nach Bonn ins LVR-LandesMuseum, wo sie zusammen über 110.000 Besucher erreichten.    

Wenn auch nur in M 1 : 25, wollte das GIB-Team dem Besucher den denkmalpflegerischen und historischen Wert vermitteln und es hoffte darauf, dass ihre Originale vor Ort in Syrien mit Respekt vor ihrer Vergangenheit gehütet würden. Das ist leider nicht so, denn im schon mehr als einjährigen syrischen Bürgerkrieg wurde auch vor der Zerstörung des einzigartigen Souk von Aleppo nicht Halt gemacht. Über 750 Geschäfte sollen einem Großbrand zum Opfer gefallen sein, welch unersetzbarer Verlust, denn das unbeschwerte Leben in diesem Basar wird auch nach der Wiederinstandsetzung kaum zurückkehren können.  Auch der Crac soll durch schwere Gefechte in Mitleidenschaft gezogen, sogar Panzer im Inneren stationiert worden sein. Ähnlich betroffen sollen die Kulturstätten Sayoun, Palmyra und Apameia sein. Noch sind es nur Berichte aus dem Internet oder aus den Nachrichten, die über diese Katastrophen mit wenig aussagekräftigem Bildmaterial berichten. Welche Bilder erwarten uns danach?    

Nun plant die GIB eine neue interkulturelle Ausstellung Pilgerziel Jerusalem – Begegnung von Orient und Okzident mit aufwändigen Modellen des Felsendoms und der Grabeskirche, wieder Weltkulturerbestätten der UNESCO, und hofft darauf, Geldgeber beider Konfessionen hierfür zu gewinnen. Hierzu wurde noch zu Jahresbeginn ein Inspirationsmodell des Felsendoms von Michael Siepen unter wissenschaftlicher Leitung seines Vaters erstellt, das ein Vorläufer eines viel aufwändigeren, Detail genaueren Modells gleichen Maßstabs sein sollte. islam.de und der Nachrichtensender Al Jazeera berichteten hierüber.   

In diesem Zusammenhang findet am 7.Dezember um 18°° Uhr eine Doppelvortrags-veranstaltung zum Themenkomplex Tempelberg – Felsendom – Al Aqsa Moschee statt, wobei das GIB-Team um den Historiker Dr. Ulrich Alertz, Bernhard und Michael Siepen eine selber erstellte 3D-Virtualisierung des Felsendomes vorführen und anschließend Dr. phil. Bilgehan Köhler, Archäologin aus Zürich, Tochter des vormaligen Vorsitzenden des ZMD, Dr. Axel Ayyub Köhler, zum Thema Felsendom und Al Aqsa-Moschee, Zeugnisse aus der Omayadenzeit referieren werden. Vortragsort ist der Hörsaal FO8 des Kármán-Auditorium, Eilfschornsteinstr. 15 in  Aachen,. 

Näheres zur GIB unter www.burgenkunde.de



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