Newsnational Donnerstag, 01.12.2011 |  Drucken

Anzeige:


Zum Urteil Beten in der Schule: Soll Islam aus dem öffentlichen Raum verbannt werden?

ZMD erkennt in erster Linie ein Versagen der Schule und Streitparteien, die den Konkflikt unnötig aufgebauscht haben

Das Urteil ist eine Einzelfallenscheidung und kann nicht als grundsätzliches Verbot, das Gebet in der Schule zu verrichten, verstanden werden. Dennoch hat es Aussagekraft und lädt zu Nachahmung ein, ohne konkrete Konfliktsituation. "Dies ist im Hinblick des vom Grundgesetz verbrieften Rechtes auf freie Religionsausübung eine höchst bedenkliche Entwicklung", erklärt der Zentralrat heute in einer am Mittag veröffentichen Erklärung.

"Das Urteil hat einer religionsfreien Zone für die Schule keineswegs das Wort geredet. Es wäre auch ein verkehrtes und für unsere Gesellschaft ein höchst abträgliches Verständnis von weltanschaulicher Neutralität, wenn daraus Verbannung von Religion aus dem öffentlichen Leben abgeleitet wird.

Die Leipziger Richter haben vielmehr ein friedliches, tolerantes Miteinander der religiös oder auch nicht religiös aktiven Lehrer und Schüler gefordert. Das muss die Schule zunächst einmal selbst regeln, wozu sie in diesem speziellen Fall offenbar nicht in der Lage war.
Der gerichtliche Gang und die unversöhnliche Positionen der streitenden Parteien hat hier in unnötiger Weise einem bisher weitestgehend befriedeten Bereich einen überhöhten Aufmerksamkeitsgrad geschenkt, der durch die gelebte Praxis in den meisten Schulen in Deutschland nicht gerechtfertigt ist.

Der Schulfrieden wird z.B. durch vorhandene Andachtsräume, oder dass in der meisten Zeit ohnehin die Schüler zu Hause in der noch vorgeschriebenen Zeit das Gebet verrichten, gewahrt.

Die streitenden Parteien – insbesondere das Rektorat - haben es versäumt, frühzeitig durch Mediation – zu dem sich die islamischen Religionsgemeinschaften jederzeit bereit erklärten - eine außergerichtliche Entscheidung herbeizuführen. Und ob der Schulfrieden für den betroffenen Schüler nun durch dieses Urteil gewahrt ist, bleibt höchst fraglich."



Ähnliche Artikel

» Nahost: Gewalt, Krieg, illegale Landnahme und Annexion seit Jahrzehnten
» Der täglich unterschätzte Terror
» Gemeinsame Deklaration von Muslimen und Juden in Europa: Null - Toleranz für Religionsfanatismus
» Zentralrat mit einer Stellungnahme zu den Attentaten in Toulouse und Montauban
» 22.03.12 ZMD zu den Attentaten in Toulouse und Montauban

Wollen Sie einen
Kommentar oder Artikel dazu schreiben?
Unterstützen
Sie islam.de
Diesen Artikel bookmarken:

Twitter Facebook MySpace deli.cio.us Digg Folkd Google Bookmarks
Linkarena Mister Wong Newsvine reddit StumbleUpon Windows Live Yahoo! Bookmarks Yigg
Diesen Artikel weiterempfehlen:

Anzeige

Hintergrund/Debatte

Neuer ZMD-Landesverband in Hamburg gegründet - Vorstandsvorsitzender der Al-Nour Moschee Daniel Abdin wurde zum ersten und neuen Vorsitzenden des Landesverbandes Hamburg gewählt
...mehr

ZMD Generalsekretär Abdassamad El Yazidi empfängt Vertreter der Arakan Rohingya Union in Frankfurt
...mehr

ZMD-Vorsitzender Aiman Mazyek und Stellv.Vors. Nurhan Soykan auf Einladung des Bundespräsidenten Steinmeier und Frau Büdenbender beim diesjährigen Sommerfest
...mehr

Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) bietet Weiterbildungsseminar für Lehrkräfte von ergänzendem Arabischunterricht an
...mehr

Verurteilung im Verfahren Dresdener "Moschee-Anschlag" rechtskräftig
...mehr

Alle Debattenbeiträge...

Die Pilgerfahrt

Die Pilgerfahrt (Hadj) -  exklusive Zusammenstellung Dr. Nadeem Elyas

88 Seiten mit Bildern, Hadithen, Quran Zitaten und Erläuterungen

Termine

Islamische Feiertage
Islamische Feiertage 2019 - 2027

Tv-Tipps
aktuelle Tipps zum TV-Programm

Gebetszeiten
Die Gebetszeiten zu Ihrer Stadt im Jahresplan

Der Koran – 1400 Jahre, aktuell und mitten im Leben

Marwa El-Sherbini: 1977 bis 2009