Newsnational Freitag, 24.09.2010 |  Drucken

Anzeige:


Deutsche Juristentag fordert Dialog mit den Muslimen

Gegen Kopftuchverbot, für Islamunterricht und Körperschaftsstatus

Berlin - Der 68. Deutsche Juristentag hat sich indirekt gegen weitere Kopftuchverbote für Lehrerinnen ausgesprochen, wie sie in mehreren Bundesländern erlassen worden sind. Dies berichtet heute der Tagesspiegel.

Dienstrechtliche Einzelentscheidungen seien generellen Verboten vorzuziehen, beschlossen die Juristen am Donnerstag bei ihrer rechtspolitischen Tagung in Berlin. Gleichwohl gelte für Lehrer, sie sollten sich bei religiösen Bekundungen zurückhalten. Allerdings seien religiöse Symbole und Bekundungen in der Schule nicht grundsätzlich unvereinbar mit der Neutralität des Staates. Der Staat soll zudem darauf hinwirken, islamisch-theologische Studiengänge zur Ausbildung islamischer Religionslehrer einzurichten. Islamischer Religionsunterricht soll einen Status bekommen, wie ihn die Verfassung auch für den christlichen Religionsunterricht vorsieht.

In der Diskussion um den privilegierten Status von Religionsgemeinschaften als Körperschaften des öffentlichen Rechts sieht der Juristentag keinen Handlungsbedarf. Insbesondere müsse für den Islam keine „religionsspezifische Form der Rechtspersönlichkeit“ eingeführt werden, wie es verschiedentlich gefordert wurde, weil die Muslime Schwierigkeiten hätten, die gesetzlichen Voraussetzungen für den Körperschaftsstatus zu erfüllen. Insgesamt forderte der Juristentag, den Dialog mit Muslimen zu fördern. Religionskonflikte, etwa um Schulkreuze, seien „in föderaler Vielfalt“ zu lösen.




Ähnliche Artikel

» Kulturalisierung des Strafrechts
» Kommt das Kopftuchverbot im Berlin über die Hintertür? Offener Brief der muslimischen Sozialdemokraten - Neutralität des Staates gefärdet
» 18.10.12 Kopftuch-Urteil des Arbeitsgerichts Berlin stärkt Rechtsfrieden und gesellschaftlichen Zusammenhalt
» 28.11.2018 ZMD begrüßt erneutes Urteil gegen pauschales Kopftuchverbot in Berlin
» "Integrier‘ dich, aber lass dich möglichst nicht blicken"

Wollen Sie einen
Kommentar oder Artikel dazu schreiben?
Unterstützen
Sie islam.de
Diesen Artikel bookmarken:

Twitter Facebook MySpace deli.cio.us Digg Folkd Google Bookmarks
Linkarena Mister Wong Newsvine reddit StumbleUpon Windows Live Yahoo! Bookmarks Yigg
Diesen Artikel weiterempfehlen:

Anzeige

Hintergrund/Debatte

ZMD und KRM (Koordinationsrat der Muslime) verschärfen Maßnahmen gegen Corona Virus - "Nun auch die 5 täglichen Pflichtgebete in der Moschee bis auf weiteres aussetzen"
...mehr

Demo in Mainz mit u.a. OB & ZMD unter dem Motto: "Nie wieder33 - Mainz ist unteilbar" / ZMD-Landesvorsitzende Laabdellaoui: "Ein Monokultur, die Vielfalt, Demokratie und Freiheit verwehrt, ist keine Alternative für unsere pluralistische Gesellschaft in Deutschland"
...mehr

ZMD-Vorsitzender Aiman Mazyek spricht beim traditionellen Neujahrsempfang der Schura Paderborn: Wichtiges Ereignis im Kalender der Stadt – „Dialog- und Friedensarbeit in diesen Zeiten nicht hoch genug zu bewerten“
...mehr

Verfassungsrechtler: Kopftuchverbot für Schüler ist rechtswidrig
...mehr

ZMD Aktionsplan: Anlässlich der internationalen Wochen gegen Rassismus vom 16.-29.03.2020 / Musterpredigt, Flyer, Downloads
...mehr

Alle Debattenbeiträge...

Die Pilgerfahrt

Die Pilgerfahrt (Hadj) -  exklusive Zusammenstellung Dr. Nadeem Elyas

88 Seiten mit Bildern, Hadithen, Quran Zitaten und Erläuterungen

Termine

Islamische Feiertage
Islamische Feiertage 2019 - 2027

Tv-Tipps
aktuelle Tipps zum TV-Programm

Gebetszeiten
Die Gebetszeiten zu Ihrer Stadt im Jahresplan

Der Koran – 1400 Jahre, aktuell und mitten im Leben

Marwa El-Sherbini: 1977 bis 2009