Newsinternational Samstag, 11.09.2010 |  Drucken

Auf Antrag muslimischer Gelehrter in Südafrika: Gericht verbietet Bibel-Verbrennung

Südafrikanischer Geschäftsmann wollte als Reaktion auf geplante Koranverbrennung in Johannesburg öffentlich eine Bibel verbrennen. Rat muslimischer Gelehrter stoppt Vorhaben vor Gericht. Die Meinungsfreiheit finde ihre Grenzen dann, wenn durch sie Mitglieder einer Religionsgemeinschaft verletzt würden, so das Gericht.

In Südafrika hatte ein 38-jähriger Geschäftsmann als Reaktion auf die Pläne von Pastor Terry Jones, 200 Koran-Ausgaben zu verbrennen, angekündigt, seinerseits Bibeln zu verbrennen. Ein Gericht in Johannesburg untersagte das Vorhaben jedoch nach dem Antrag des Rats islamischer Gelehrter.

Wie die südafrikanische "Saturday Star" berichtet, führte das das Gericht weiter aus, dass Schriften, die von einer der Religionsgemeinschaften als heilig verehrt würden, nicht verbrannt werden dürften. Die Meinungsfreiheit finde ihre Grenzen dann, wenn durch sie Mitglieder einer Religionsgemeinschaft verletzt würden, so das Gericht.

Der Anwalt der muslimischen Gelehrten, Zehir Omar, meinte das Gericht sei in allen Punkten seiner Argumentation gefolgt. Das Urteil können den US-Gerichten als Vorbild dienen, so Omar. Moulana Ebrahim Bham, vom Rat der muslimischen Gelehrten betonte verurteile jede Aktion, die zur Verbrennung von Bibeln oder anderen heiligen Büchern führen würde.

Geschäftsmann zeigt sich inzwischen einsichtig

Der Geschäftsmann Mohammed Vawda der das Vorhaben zur Verbrennung durchführen wollte, zeigte sich nach dem Gerichtstermin einsichtig. Er wollte nicht die Christen verletzen, aber die Aktion von Pastor Terry Jones stoppen, so Vawda. Doch nun sei er froh über das Urteil: Die Kläger hätten ihn darauf aufmerksam gemacht, dass der Koran ausdrücklich zur Achtung der Bibel und der Thora aufrufe, was ihm vorher nicht bewusst gewesen sei. Pastor Jones würde mit dem Koran indirekt „auch die Bibel verbrennen“, so Vawda.



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