Artikel Montag, 07.12.2009 |  Drucken

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Eintracht im Theater: Jüdisch-islamischer Dialog

Neulich in Berlin: Ayyub Köhler im Jüdischen Theater

Seit 3 Jahren ist das Jüdische Theater in Berlin- Neukölln angesiedelt. Zur 3-Jahres-Feier lud Intendant Dan Lahav ins Theater ein. Er erinnerte an das Jahr 2006. Da teilte er mit, sein Theater vom gutbürgerlichen Berlin- Charlottenburg nach Berlin- Neukölln verlegen zu wollen. Daraufhin habe es sehr viele warnende Stimmen gegeben. In einem Stadtteil wie Neukölln, mit einem sehr hohen Migrantenanteil, werden ja tagtäglich die Muslime kommen. Sie werden die Fensterscheiben beschmieren oder einschlagen.
„All diese Leute haben die Wahrheit gesagt. Tagtäglich kommen Muslime zu uns. Sie kaufen sich ein Billet und gehen ins Theater, worüber wir sehr dankbar sind“, so der als Autor, Intendant und Regisseur tätige Dan Lahav. Er kam 1946 in Israel zur Welt .

Der Vorsitzende des Zentralrates der Muslime in Deutschland (ZMD), Dr. Ayyub Köhler, besuchte in Berlin- Neukölln nun das „Jüdische Theater Berlin- BIMAH e. V.“
Er sah sich das Stück „Sie und Er und Mehr“ an. In diesem Stück werden Kurzgeschichten und Sketsche des Autors Ephraim Kishon vorgetragen. Gegenüber islam.de teilte der ZMD- Vorsitzende, der in Köln beheimatet ist, mit: „Das war heute mein erster Besuch im Jüdischen Theater zu Berlin. Mit Sicherheit nicht mein letzter. Ich finde den Gedankengang, der dahinter steht, nämlich das jüdisches Theater zeigt jüdisches, deutsches Leben, großartig.“
Früher habe es an allen Orten in Deutschland jüdisches Leben gegeben. Er selber, 1938 geboren, habe das als Kind miterlebt. Es dürfe nie vergessen werden, was „menschenverachtende und antisemitische Kräfte den Juden weltweit“ angetan haben. Daher müsse man gerade in Deutschland sehr wachsam sein, wenn Leute aus der Geschichte nichts gelernt hätten. Bedauerlicherweise gebe es immer noch Angriffe, sei es verbaler oder körperlicher Art, auf Menschen aufgrund ihres religiösen Bekenntnisses, ihrer Hautfarbe, ihrer politischen Einstellung oder aufgrund einer körperlichen Behinderung.
Bei der Feierstunde zum 3 jährigen bestehen in Neukölln wies in einer Ansprache die bekannte Journalistin Lea Rosh darauf hin, vor Hitlers Machtergreifung „lebten einmal 175.000 Juden in Berlin. Heute sind es gerade einmal 12.000.“ Jüdisches Leben soll gezeigt werden. Wobei es kein „Theater sein soll und ist, nach dem Motto von Juden für Juden.“

Frau Dorit Lahav, Vorstandsmitglied des Jüdischen Theaters und Gattin des Intendanten, zeigte sich tief bewegt über den Besuch. „Es freut uns alle hier im Theater sehr, Herrn Dr. Köhler, den Vorsitzenden im Zentralrat der Muslime in Deutschland, begrüßen zu dürfen“, erklärte sie gegenüber islam.de. Das zeuge ja auch von Respekt gegenüber dem Anderen und dessen Religion.( Volker- Taher Neef, Berlin)




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