Euro-islam
Ahmed K.: Zum Leserbrief von Herrn H.S. schrieb:
`Freitagspredigt und Koran-Unterricht unbedingt auf deutsch !!! `
Keine schlechte Idee, nur gibt es ein Problem. Der deutsche Staat hat es lange Zeit außer acht gelassen, anstatt Hodschas aus dem Ausland zu importieren,inländischen Universitäten die Ausbildung religiöser Fachkräfte zu erteilen. Erst seit neuem kann man an bestimmten Universitäten deutschsprechende Islamfachkräfte ausbilden, die dann auch in Schulen unterrichten dürfen.
`Oder wenn man in den hinteren Räumen der Moschee Bücher findet, auf denen ein verbrennendes Kreuz abgebildet wird. Sicher kein Zeichen der Aussöhnung mit dem Christentum. Oder wenn Sie Ihre Gebetshäuser Fatih-Moschee nennen. `Fatih` heißt Eroberer. Wenn eine einzige christliche Kirche `Eroberer-Kirche` genannt würde, ginge doch ein Aufschrei durch Ihre Reihen.`
Sie sollten schon auf ihre Formulierung achten, da Sie Moscheen mit politisch motivierten Vereinen gleich setzen. Das scheint auch das Hauptproblem des Westens zu sein, sofort Pauschalurteile zu fällen. Warum soll man den Namen `Fatih` nicht gebrauchen dürfen? Der Name ist kein Aushängeschild, die die Absicht erklärt, Deutschland zu erobern. Sie müssen den geschichtlichen Kontext im Blickpunkt betrachten, dann verstehen Sie auch, warum die Person Fatih für uns Muslime so wichtig ist. Es interessiert auch keine Menschenseele, dass in einer ital. Kirche ein Fresco abgebildet ist, in dem unser Prophet Mohammad (Friede auf Ihm) in die Hölle geschickt wird.
`Im Übrigen können Sie Ihre Friedfertigkeit nur dadurch unter Beweis stellen, dass Sie sich von dem Gedanken verabschieden, der Koran sei wortwörtlich Allahs Wille. Zu viele Aufforderungen, Gewalt anzuwenden stehen im Koran.`
Bevor Sie so was behaupten, sollten Sie mal den Koran richtig durchlesen und parallel dazu das Leben des Propheten, zumal er auch der `wandernde Koran` genannt wird. D.h. aus dem Koran kann man nicht einfach Sätze herausfischen und dann die wört-wörtliche Bedeutung daraus ableiten. Der Prophet (Friede auf Ihm) hat uns den Koran vorgelebt und genauso müssen wir den Koran verstehen, da kann ein Osama bin Ladin noch so laut „Heiliger Krieg“ rufen, das Leben des Propheten ist absolut verbindlich.
`Eine Sure heißt `Die Schlachtordnung`. Das ist nicht friedlich.`
Alles braucht seine Ordnung, auch der Krieg. Der Allmächtige Gott wusste, dass die Menschen, egal aus welchem Grund, Kriege führen werden. Wozu gibt es wohl heute internationale Abkommen, die einen Krieg regeln? Die Kreuzzüge sollten als Beispiele ausreichen, um die Notwendigkeit der Kriegsregelung zu untermauern.
`Entweder Sie machen es wie wir Christen und betrachten den Koran als altes Buch, das zeitgeschichtlich zu verstehen ist, oder Sie müssen mit Gegenwind durch die ´Ungläubigen` rechnen. Wir lassen uns nicht bekämpfen und umbringen, wie es der Koran vielfach vorschreibt.`
Das Mittelalter lässt grüßen. `Entweder werdet ihr Christen o. ihr stirbt`
Glauben Sie mir das ruhig. In der 1400 jährigen islamischen Geschichte haben wir genug Zeit gehabt alle Christen umzubringen. Andalusien, Cordoba, Jerusalem waren der Beweis, wie Muslime die Toleranz gegenüber den Leuten des Buches gepflegt haben. Wie sonst konnten auch die ganzen Christen unter der langjährigen osmanischen Herrschaft überleben? Wie sonst ist es möglich , dass es immer noch Kirchen aus der Zeit der osmanischen Herrschaft gibt? Die Geschichte steht im Widerspruch zu Ihrer Aussage.
Hoffe, Herr H.S., Ihnen eine gerechte Antwort gegeben zu haben, ohne Sie persönlich zu verletzen.
|