Newsnational Mittwoch, 11.09.2019 |  Drucken

ZMD kritisiert die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Wiesbaden zum „Islamunterricht“

Das Gericht hat die Behauptung des hessischen Kultusministeriums, es handele sich bei dem „Islamunterricht“ nicht um ein religiöses Angebot, unkritisch übernommen und die aufgeworfenen verfassungsrechtlichen Fragen nicht beantwortet

Wir bedauern die am 9. September 2019 bekanntgegebene Entscheidung (06.09.2019) des Verwaltungsgerichts Wiesbaden zum Schulversuch „Islamunterricht“ in Hessen.

Das Gericht hat die Behauptung des hessischen Kultusministeriums, es handele sich bei dem „Islamunterricht“ nicht um ein religiöses Angebot, unkritisch übernommen und die aufgeworfenen verfassungsrechtlichen Fragen nicht beantwortet oder nicht einer eingehenden Prüfung unterzogen. Insbesondere hat das Verwaltungsgericht nicht eingehend geprüft, ob die Inhalte des „Islamunterrichts“ eine Bekenntnisgebundenheit aufweisen, da das hessische Kultusministerium im Zusammenhang mit dem „Islamunterricht“ selbst wiederholt und explizit von einem „religiösen Angebot“ für muslimische Schülerinnen und Schüler gesprochen hatte.

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) und sein hessischer Landesverband als Religionsgemeinschaften werden daher das Rechtsmittel der Beschwerde gegen den Beschluss des Verwaltungsgerichts Wiesbaden eingehend prüfen, nachdem der Beschluss durch das Verwaltungsgericht Wiesbaden förmlich zugestellt worden ist.

Den Eltern betroffener muslimischer Kinder in der Jahrgangstufe 7 wird weiter empfohlen, von ihrem Recht, die religiöse Erziehung ihrer religionsunmündigen Kinder zu bestimmen, Gebrauch zu machen und ihre Kinder vom Islamunterricht abzumelden und sie alternativ in den Ethikunterricht anzumelden.



Ähnliche Artikel

» Muslime distanzieren sich vom Münsteraner „Islam“-Lehrstuhl
» Münster: Umstrittener Professor darf nicht mehr Islamlehrer ausbilden
» Schäuble: „Der Staat will, dass Muslime hier heimisch werden.“
» Noch in diesem Jahr alevitischer Religionsunterricht
» Stellungnahme des Koordinationsrats der Muslime (KRM) zum "Gesetz zur Einführung von islamischem Religionsunterricht als ordentliches Lernfach (6. Schulrechtsänderungsgesetz)" in NRW

Wollen Sie einen
Kommentar oder Artikel dazu schreiben?
Unterstützen
Sie islam.de
Diesen Artikel bookmarken:

Twitter Facebook MySpace deli.cio.us Digg Folkd Google Bookmarks
Linkarena Mister Wong Newsvine reddit StumbleUpon Windows Live Yahoo! Bookmarks Yigg
Diesen Artikel weiterempfehlen:

Anzeige

Hintergrund/Debatte

ZMD Generalsekretär Abdassamad El Yazidi nimmt zum zweiten Mal an der Internationalen Sufi Konferenz für Spiritualität in Madagh / Marokko teil
...mehr

Muhammad Sameer Murtaza (langjähriger Autor von islam.de): "Gewaltlosigkeit im Islam" - die wichtigsten Akteure und Bewegungen der muslimischen Friedensethik
...mehr

Juden, Christen und Muslime gegen Euthanasie und Suizid-Beihilfe - Kabinett aus u.a. Papst Franziskus, Großrabbinat von Israel, sowie Scheich Abdullah Bin Bayah
...mehr

Die Universität Tübingen sieht "keinerlei Belege" für Vorwürfe, dass es am Zentrum für Islamische Theologie (ZITh) ein "Netzwerk der Muslimbrüder" gebe
...mehr

Neuer ZMD-Landesverband in Hamburg gegründet - Vorstandsvorsitzender der Al-Nour Moschee Daniel Abdin wurde zum ersten und neuen Vorsitzenden des Landesverbandes Hamburg gewählt
...mehr

Alle Debattenbeiträge...

Die Pilgerfahrt

Die Pilgerfahrt (Hadj) -  exklusive Zusammenstellung Dr. Nadeem Elyas

88 Seiten mit Bildern, Hadithen, Quran Zitaten und Erläuterungen

Termine

Islamische Feiertage
Islamische Feiertage 2019 - 2027

Tv-Tipps
aktuelle Tipps zum TV-Programm

Gebetszeiten
Die Gebetszeiten zu Ihrer Stadt im Jahresplan

Der Koran – 1400 Jahre, aktuell und mitten im Leben

Marwa El-Sherbini: 1977 bis 2009