Newsinternational Freitag, 14.06.2019 |  Drucken

UN beschliesst neuen Gedenktag

Am 22.August soll künftig ein Internationaler Gedenktag für die Opfer von religiöser Verfolgung und Gewalt ausgerichtet werden.

München/Königstein im Taunus (KNA) Das Hilfswerk "Kirche in Not" hat den von den Vereinten Nationen beschlossenen neuen Gedenktag für Opfer religiöser Verfolgung begrüßt. Der Direktor des Hilfswerks, Mark von Riedemann, bewertete am Donnerstag in Königstein im Taunus die Entscheidung der UN-Vollversammlung vom 28. Mai als einen "ersten Schritt", um mehr Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken. "Kirche in Not" setze sich mit anderen Akteuren für die Einrichtung einer UN-Plattform ein, auf der Informationen zu antireligiöser Gewalt schneller verbreitet werden könnten.

Am Ende müsse ein internationaler Aktionsplan stehen, um religiöse Verfolgung einzudämmen "oder um zu verhindern, dass sie zu noch größeren Gräueltaten wie Völkermord eskaliert", erklärte von Riedemann. Dazu fehlten politische wie organisatorische Möglichkeiten. Zudem reagiere die internationale Gemeinschaft auf Meldungen über religiöse Gewalt zu spärlich und zu spät. Internationale Berichte wie die Untersuchung des US-Außenministeriums oder die Studie "Religionsfreiheit weltweit" von "Kirche in Not" verzeichneten eine "dramatische Zunahme der Gewalt gegen Gläubige praktisch aller Glaubensrichtungen auf allen Kontinenten".

Allein in den vergangenen fünf Jahren sei es zweimal zu einem Völkermord an religiösen Minderheiten gekommen, fügte der Direktor hinzu. Dabei verwies er auf das Vorgehen der Terrormiliz "Islamischer Staat" gegen Christen und andere religiöse Gruppen in Syrien und im Irak sowie Attacken von Militäreinheiten in Myanmar auf die muslimischen Rohingya.

Der neue "Internationale Tag zum Gedenken an die Opfer von Gewalttaten aus Gründen der Religion oder des Glaubens" war von den Vertretern der 193 UN-Mitgliedsstaaten einstimmig beschlossen worden. Er soll künftig jeweils am 22. August begangen werden. Die Resolution lädt alle Länder, UN-Behörden, die Zivilgesellschaft, den Privatsektor und Einzelpersonen zur Beteiligung ein.

Laut "Kirche in Not" geht die Idee auf die polnische Anwältin und Expertin für Religionsfreiheit Ewelina Ochab zurück. Ochab habe sie bei einer vom Hilfswerk in Rom veranstalteten Konferenz zur Lage der Christen im Irak im Herbst 2017 vorgestellt.

Das Hilfswerk "Kirche in Not" hat seine internationale Zentrale in Königstein im Taunus; das deutsche Büro befindet sich in München.



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