Artikel Dienstag, 19.02.2019 |  Drucken

„Zusammen leben, zusammen wachsen.“ Diskussionen, Vernetzung und Austausch bei der Vorbereitungstagung zur Interkulturellen Woche

Berlin. „Es hat sich gezeigt, wie wichtig es ist, dass die Zivilgesellschaft zusammenkommt. Die Teilnehmenden konnten sich vernetzen, aber auch gegenseitig stärken. Denn es ist  gerade jetzt wichtig, aufzustehen gegen Rassismus, Diskriminierung und Rechtspopulismus und sich einzusetzen für Menschenrechte, Menschenwürde und ein gutes Zusammenleben. Dazu leistet die Interkulturelle Woche einen wichtigen Beitrag.“

Das sagte die Vorsitzende des Ökumenischen Vorbereitungsausschusses zur Interkulturellen Woche, Gabriele Erpenbeck, nach der Vorbereitungstagung, die jetzt in Berlin zu Ende ging.   Rund 180 Haupt- und Ehrenamtliche aus dem ganzen Bundesgebiet, die sich in den Themenbereichen Migration, Partizipation, Flucht und Engagement gegen Rechtsextremismus und Rechtspopulismus betätigen und die Interkulturelle Woche vor Ort vorbereiten, trafen sich am 15. und 16. Februar unter dem Motto „Zusammen leben, zusammen wachsen.“ im Tagungshaus Johannesstift in Spandau. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Ökumenischen Vorbereitungsausschuss (ÖVA) zur Interkulturellen Woche in Zusammenarbeit mit dem ÖVA Berlin, der Bertelsmann Stiftung, dem DGB Bildungswerk und PRO ASYL.

Den Einführungsvortrag am Freitag hielt Staatsministerin Annette Widmann-Mauz, die Bundesbeauftragte für Migration, Flüchtlinge und Integration: Anschließend diskutierte sie mit Annelie Buntenbach (DGB), Günter Burkhardt (PRO ASYL) und  Götz Ulrich, dem Landrat des Burgenlandkreises. Moderiert wurde die Runde von der Journalistin Hatice Akyün.

In verschiedenen Arbeitsgruppen wurden wichtige politische Themen diskutiert: Wie können wir in Europa universelle Werte verteidigen und Menschen schützen? Wie schlägt sich die Demokratie im Widerstreit mit dem Rechtspopulismus? Wie hat sich der Antisemitismus in der (Migrations-)Gesellschaft in den vergangenen Jahren entwickelt? Wie können sich Kirchengemeinden für mehr Interkulturalität öffnen?   Wie interreligiöser Dialog gelingen kann, wurde in einem weiteren Programmpunkt behandelt, am Abend des ersten Tages sprach Prof. Dr. Naika Foroutan, die Leiterin des Instituts für Integrations- und Migrationsforschung der Berliner Humboldt-Universität,  zum Thema „Das Versprechen der pluralen Demokratie“ – und warum es zu Problemen führt, wenn eine Gesellschaft dieses Versprechen nicht halten kann.

Am Samstag zeigte die Journalistin Mo Asumang ihren Dokumentarfilm „Die Arier“ und diskutierte mit den Tagungsteilnehmerinnen und Teilnehmern – so intensiv, dass sogar die eigentlich geplante Kaffeepause verkürzt wurde. Anschließend hielt Prof. Dr. Ahmad Milad Karimi von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster einen Vortrag zum Thema „Den Flüchtling in uns selbst entdecken – gesellschaftlicher Wandel in Zeiten von Flucht und Migration“.   Neben den Vorträgen und Arbeitsgruppen gab es für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch Gelegenheit zum Austausch untereinander und mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Geschäftsstelle des Ökumenischen Vorbereitungsausschusses, die die lokalen Veranstaltenden bei der Organisation der Interkulturellen Woche unterstützen. So wurden bei der Tagung etwa das offizielle Plakat der IKW 2019 sowie weitere Motive für Postkarten und Social Media vorgestellt.   Während der IKW finden bundesweit jedes Jahr im September rund 5.000 Veranstaltungen in mehr als 500 Städten und Gemeinden statt. Sie ist eine Initiative der Deutschen Bischofskonferenz, der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie. Die IKW wird mit mitgetragen von Kommunen, Gewerkschaften, Wohlfahrtsverbänden, Migrantenorganisationen und zivilgesellschaftlichen Institutionen.     Als Termin für die Interkulturelle Woche 2019 wird der Zeitraum vom 22. bis 29. September empfohlen. Der Tag des Flüchtlings ist am Freitag, 27. September 2019. Ab dem kommenden Jahr wird die IKW immer von Sonntag bis Sonntag laufen. Damit schließt sie auch den „Welttag des Migranten und Flüchtlings“ ein, der von Papst Franziskus von Januar auf den letzten Sonntag im September verlegt wurde.



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