Newsinternational Montag, 19.11.2018 |  Drucken

80 Prozent im Jemen brauchen Hilfe - davon 11 Millionen Kinder

Deutsches Rotes Kreuz beschreibt die humanitäre Lage als katastrophal

Berlin/New York (KNA) Rund 80 Prozent der Menschen im Jemen brauchen nach Angaben des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) humanitäre Hilfe. "Nahezu alle Bereiche des Alltags sind von den Folgen des anhaltenden bewaffneten Konfliktes in dem Land betroffen. Die humanitäre Lage der Menschen ist katastrophal, sechs von zehn Jemeniten haben dauerhaft nicht genug zu essen", erklärte der Leiter der Internationalen Zusammenarbeit beim DRK, Christof Johnen, am Freitag in Berlin.

Von den 27 Millionen Menschen im Jemen haben demnach rund 17,8 Millionen keine ausreichende Menge an Lebensmitteln, rund 3 Millionen Frauen und Kinder gelten als akut unterernährt. "Für viele Menschen sind Grundnahrungsmittel nach erheblichen Preissteigerungen nahezu unerschwinglich geworden", so Johnen.

Rund 14,8 Millionen Jemeniten hätten darüber hinaus keinen Zugang zu einfachster medizinischer Versorgung. Der Grund sei, dass mehr als die Hälfte aller Gesundheitseinrichtungen entweder keine Medikamente, Strom oder Geräte mehr hätten oder beschädigt oder zerstört seien. Dies sei zum Teil eine Folge von Angriffen.

Nach Angaben von Unicef sind 11 Millionen Kinder im Jemen auf humanitäre Hilfe angewiesen. "Die Kinder tragen die Folgen eines Kriegs, der von Erwachsenen geführt wird," sagte Henrietta Fore vom UN-Kinderhilfswerk. Viele Familien könnten es nicht leisten, ihre Kinder zu ernähren oder sie medizinisch versorgen zu lassen. Alle zehn Minuten sterbe ein Kind im Jemen aus vermeidbaren Gründen wie Unterernährung oder Krankheiten, gegen die es Impfstoffe gebe.

Im Jemen, dem ärmsten Land der arabischen Halbinsel, liefern sich seit Jahren Huthi-Rebellen und die Zentralregierung einen Machtkampf. Eine von Saudi-Arabien angeführte Koalition fliegt seit 2015 Luftangriffe gegen die Rebellen und unterstützt die Zentralregierung. Weitere Staaten - etwa die Vereinigten Arabischen Emirate - sowie die USA, Großbritannien und Frankreich sind ebenfalls beteiligt. Der Iran unterstützt die Huthi.




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