Newsnational Freitag, 21.07.2017 |  Drucken

„Hitler war kein Betriebsunfall“

Gedenkfeier zum 73. Jahrestag des 20. Juli, der Opfer des Widerstands gegen die nationalsozialistische Diktatur - Vertretung der muslimischen Religionsgemeinschaften durch KRM Sprecher Aiman Mazyek

Wachsam bleiben gegenüber den Feinden der Demokratie – gerade in diesen Zeiten. Zum 73. Jahrestag des 20. Juli gedachten Verfassungsorgane des Bundes und des Landes, sowie Politik, Kirchen und Religionsgemeinschaften Vertretern der Verfassungsorgane des Bundes und des Landes, sowie Vertreter aus der Politik, den Kirchen und Religionsgemeinschaften und Zivilorganisationen gedachten der Opfer des Widerstands gegen die nationalsozialistische Gewaltherrschaft.


Der 73. Jahrestag des 20. Juli 1944 wurde gestern mit einer Feierstunde der Bundesregierung und der Stiftung 20. Juli 1944 in der Gedenkstätte Plötzensee begangen. Aiman Mazyek vertrat dort den Koordinationsrat der Muslime (DITIB, Islamrat, VIKZ und ZMD) Nach der Begrüßung durch Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt hielt der ehemalige Bundesinnenminister Gerhard Baum eine Ansprache.

Darin erinnerte er, dass Hitler sei kein Betriebsunfall der Geschichte gewesen. "Wir müssen wachsam bleiben" gegenüber den Feinden der Demokratie, unterstrich Baum. Die offene Auseinandersetzung und die Aufarbeitung der Geschichte erfülle die Demokratie mit Kraft.

Er sagte weiter wörtlich: „Wir dürfen nicht dulden, dass durch Minderheiten fundamentale Teile unserer Grundrechtsordnung in Frage gestellt werden – wie das sittliche Prinzip der „Menschenwürde“ durch Rassismus und Fremdenfeindlichkeit und die Religionsfreiheit. Es geht um Islamophobie, in der sich auch Antisemitismus verbirgt. Rechtsextremismus, Linksextremismus sind weitere Gefahren für unsere verfassungsmäßige Ordnung. Sie tragen infolge ihrer Irrationalität und Unberechenbarkeit und ihres Fanatismus ein gefährliches Gewaltpotential in sich, wie auch der dschihadistische Terror. Die Auseinandersetzung mit diesen Gefahren dürfen wir nicht den Sicherheitskräften und der Justiz allein aufbürden. Den Ursachen muss nachgespürt werden und den Motiven, die die einzelnen Täter haben.“
Hier die Rede in Gänze http://www.faz.net/…/attentat-vom-20-juli-1944-gedenken-an-

Das Totengedenken vor den Kranzniederlegungen sprach der Vorsitzende des Kuratoriums der Stiftung 20. Juli 1944, Axel Smed. Deutschland gedenkt damit der Opfer des Widerstands gegen die nationalsozialistische Gewaltherrschaft. Die historischen Orte des Widerstands sind die Gedenkstätte Deutscher Widerstand im Bendlerblock und die Gedenkstätte Plötzensee.

Im Bendlerblock wurden unmittelbar nach dem fehlgeschlagenen Umsturzversuch am 20. Juli 1944 Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg und vier Mitverschwörer erschossen. Die Gedenkstätte Plötzensee diente von 1933 bis 1945 als Strafgefängnis und Hinrichtungsstätte des nationalsozialistischen Unrechtsregimes. An diesem Ort wurden mehr als 2.800 Menschen hingerichtet, unter ihnen zahlreiche Gegner der Diktatur.

Eine ständige Ausstellung in der Gedenkstätte erinnert an die Frauen und Männer im Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Die alljährliche Feierstunde zum 20. Juli 1944 findet im Wechsel zwischen den beiden Gedenkstätten statt.



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