Newsinternational Mittwoch, 17.05.2017 |  Drucken

Appell an die Solidarität der internationalen Gemeinschaft

Gespräche zum Jemen gehen weiter - Humanitäre Lage katastrophal - Cholera breitet sich weiter aus

Berlin/Bonn (KNA) Die Suche nach einer Lösung im Jemen-Konflikt geht weiter. Deutschland sei bereit, in diesem Zusammenhang eine "aktive Rolle" einzunehmen, erklärte Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) am Dienstag in Berlin vor einem Gespräch mit dem jemenitischen Premierminister Ahmed ben Dagher.

Gabriel will dabei deutlich machen, dass Verhandlungen unter Federführung der Vereinten Nationen der einzig erfolgversprechende Weg sind, wie es aus dem Auswärtigen Amt hieß. Wörtlich sagte Gabriel: "Die Vermittlungsbemühungen des Sondergesandten der Vereinten Nationen für Jemen, Ismail Ould Sheikh Ahmed, unterstützen wir nachdrücklich.

"Der Jemen wird seit Jahren von einem Machtkampf zwischen schiitischen Huthi-Rebellen und der sunnitisch geprägten Zentralregierung erschüttert. Seit 2015 beteiligt sich auch Saudi-Arabien mit Luftangriffen gegen die Rebellen. Unterstützung kommt aus weiteren arabischen Staaten sowie den USA, Großbritannien und Frankreich.

In Berlin sollen in dieser Woche hochrangige Vertreter jemenitischer Parteien und erstmals auch Vertreter aus der Region zu einem informellen Dialog zusammenkommen.Unterdessen spitzt sich die humanitäre Situation weiter zu. Hilfsorganisationen warnten vor einer Cholera-Epidemie. Laut Rotem Kreuz sind mindestens 184 Menschen landesweit bereits an der Durchfallkrankheit gestorben. Hinzu kämen weitere 11.000 Verdachtsfälle. Die Situation in der von Flüchtlingen überfüllten Hauptstadt Sana beschrieb eine Mitarbeiterin als katastrophal. Experten befürchten, dass sich angesichts dieser Umstände die Cholera weiter ausbreitet.

Care-Generalsekretär Karl-Otto Zentel sagte in Bonn, insgesamt benötigten 19 Millionen Menschen dringend Hilfe, sieben Millionen davon seien vom Hungertod bedroht. Der seit Jahren andauernde Konflikt habe zum Kollaps öffentlicher Infrastruktur und des öffentlichen Dienstes geführt.Die Menschen lebten in einer "verzweifelten Situation", betonte auch Außenminister Gabriel.

Er appellierte an die Solidarität der internationalen Gemeinschaft. Zugleich rief der Minister alle Konfliktparteien auf, "im Interesse der notleidenden Menschen im Jemen nicht länger auf Zeit zu spielen, sondern die Kampfhandlungen umgehend einzustellen und sich ernsthaft dafür einzusetzen, dass es auf dem Weg aus dem tiefen innerjemenitischen Konflikt endlich vorangeht".




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