Newsinternational Montag, 12.11.2012 |  Drucken

Türkei investiert in Bildung und Hochtechnologie

Forschung & Entwicklung: Türkei gibt 2011 6,2 Milliarden Dollar aus

Die am vergangenen Freitag von TurkStat vorgestellten Zahlen belegen, so berichtet die türkische Zaman, dass der Anteil der Mittel am Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Türkei für den Bereich Forschung & Entwicklung von 0.5 Prozent im Jahr 2002 auf 0.86 Prozent in 2011 gestiegen sind. 2010 betrug der Anteil 0.84 Prozent.

Bis zum Jahr des Hundertjährigen Republikjubiläums wolle die türkische Regierung hier aber noch immens aufstocken. Laut Blatt sei von einer Steigerung auf drei Prozent am BIP die Rede. Vor allem Unternehmen biete die türkische Regierung besondere Anreize, um verstärkt Mittel in dieses Segment zu pumpen und neue Technologien zu entwickeln. Das Ergebnis der bisherigen Anstrengungen seien laut den jüngsten Daten aus dem Ministerium für Industrie insgesamt 130 neue Forschungs- und Entwicklungszentren seit 2009. Bereits im kommenden Jahr sollen die Zahlen weiter nach oben klettern. Dann wolle die Türkei ein Prozent ihres BIPS für diese Zwecke einsetzen.

Löwenanteil von gut 45 Prozent wandert in die Bildung

Und wie steht es mit der Verteilung? Die aktuellen Daten zeigen, dass der Löwenanteil der Investitionen mit 45.5 Prozent in den Bereich Bildung wanderten. Ihnen folgten die Privatunternehmen mit 43.2 Prozent. Wohingegen nur 11.3 Prozent in staatliche Projekte fließen würden. Im Wesentlichen eine Verteilung, wie sie auch schon 2010 vorgelegen hätte. Und woher kommt dieses Geld? 45.8 Prozent der Zuwendungen stammten demnach aus den Kassen der Unternehmen selbst. Während der Staat und die Universitäten für 29.2 bzw. 20.8 Prozent aller R&D-Investitionen in 2011 verantwortlich zeichneten. Nur 0.7 Prozent seien in diesem Zeitraum von ausländischen Fonds geflossen (umgekehrt investiert die Türkei in türkische Forschung im Ausland.

Im Vergleich zu 2010 um 13.5 Prozent auf 92,801 gestiegen sei daneben auch die Zahl der in diesem Bereich beschäftigten Mitarbeiter. 48.9 Prozent sind im privaten Bereich angestellt, 38.4 Prozent an den Universitäten und 12.7 Prozent an öffentlichen Einrichtungen.

Das meiste Geld fließt nach West-Anatolien

Spitzenreiter unter allen türkischen Regionen war 2011 West-Anatolien. Hier spielten sich 28.2 Prozent aller R&D-Investitionen ab. Ihr folgt die östliche Marmara-Region mit einem Anteil von 20.8 Prozent. İstanbul liegt hier erst auf Rang drei mit 19.2 Prozent. In West-Anatolien finde sich auch die höchste Anzahl an Mitarbeitern in diesem Bereich. In diesem Punkt hat İstanbul die Marmara-Region allerdings überholt und befindet sich auf Position zwei.

Angekurbelt wurde diese Entwicklung auch durch ein Technologie-Programm der türkischen Regierung. Dieses schüttete in den Jahren 2009 bis 2011 insgesamt 43.9 Millionen Lira, umgerechnet 24.52 Millionen US-Dollar, an Zuschüssen aus. Bis zum Ende des Jahres 2012 sollen es 50 Millionen Lira, also fast 28 Millionen US-Dollar sein. Das stetig wachsende Interesse an den Bereichen Forschung & Entwicklung, so wird erwartet, werde in Zukunft auch die Abhängigkeit des Landes von ausländischen Quellen vor allem im Bereich der Hochtechnologie verringern. Zwischen 2009 und 2012 erhielt die Regierung 3,339 Anfragen für weitere Forschungs- und Entwicklungszentren. Damit einher gehen 15,000 Arbeitsplätze, die mit qualifizierten Fachkräften besetzt wurden (in Ankara ist derzeit das größte Forschungszentrum der Türkei geplan)

Quelle: Dt-türkische Nachrichten



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