Newsinternational Donnerstag, 16.08.2012 |  Drucken

Islamische Länder deutlich auf Distanz zu Assads Regime

Gipfel der Organisation für Islamische Kooperation (OIC) schließt Syrien aus - Iran und Algerien dagegen - Saudi-Arabiens König Abdallah schlägt Einrichtung eines «Zentrums für den Dialog zwischen den islamischen Konfessionen» vor

Begründet wurde die empfohlene Suspendierung mit dem gescheiterten Friedensplan des inzwischen zurückgetretenen Syrien-Gesandten Kofi Annan und damit, dass die syrische Führung weiterhin auf die «militärische Option» setze, um den Konflikt in den Griff zu bekommen. Dies ist der Abschlusserklärung zu entnehmen, die der Nachrichtenagentur AFP am Dienstagabend vorlag.

Die Führung von Staatschef Bashar al-Asad wird in dem Text zudem aufgefordert, die Gewalt in Syrien umgehend zu beenden. Gleichzeitig betont der Entwurf die Wahrung der «Einheit Syriens, seiner Souveränität, Unabhängigkeit und territorialen Integrität». Die USA, Deutschland und andere westliche Staaten begrüßten diesen Schritt. Sie warfen zudem den Iran vor, in Syrien Milizen auszubilden, die dann an der Seite der Regierungstruppen kämpfen.

Wie aus Kreisen am Treffen verlautete, stellten sich nur der Iran und Algerien gegen die Empfehlung eines Ausschlusses. Die Außenminister der OIC hatten am Montagabend bei einem Vorbereitungstreffen wegen des blutigen Konflikts eine Suspendierung der Mitgliedschaft Syriens gefordert. Iran als wichtigster Verbündeter Syriens hatte umgehend seine Ablehnung erklärt. Am Gipfel in Mekka waren Staats- und Regierungschefs aus 57 Ländern anwesend. Syrien hatte keinen Vertreter entsandt.

Ein Verantwortlicher im saudiarabischen Aussenministerium sagte der Nachrichtenagentur AFP, einige Delegationen seien der Ansicht, dass die Erklärung der OIC noch weiter gehen und Asads Rücktritt fordern müsse. Tunesiens Aussenminister Rafik Abdessalem bezeichnete die geforderte Suspendierung Syriens hingegen bereits als eine «starke Botschaft» an die syrische Führung.

Saudi-Arabiens König Abdallah schlug zu Beginn des Treffens die Einrichtung eines «Zentrums für den Dialog zwischen den islamischen Konfessionen» vor. Ein solches Zentrum könne den Zusammenhalt von Sunniten und Schiiten fördern, sagte Abdallah.

Unterdessen verlautete aus UNO-Diplomatenkreisen, dass der als Annans Nachfolger gehandelte frühere algerische Aussenminister Lakhdar Brahimi eine Befürwortung seines Postens durch den Sicherheitsrat wünsche. Eine solche Unterstützung sei für ihn «entscheidend», wenn er auf dem Posten eine Chance haben wolle, sagte ein UNO-Diplomat.



Ähnliche Artikel

» Hohe Delegation aus Deutschland trifft Papst wegen Syrien-Hilfe
» Verrat am syrischen Volk
» Fußballer Mesut Özil ist nach Mekka gepilgert
» UNO setzt Syrien auf die „Liste der Schande“
» Vermutlich stecken Assads Linksterroristen hinter den Anschlägen

Wollen Sie einen
Kommentar oder Artikel dazu schreiben?
Unterstützen
Sie islam.de
Diesen Artikel bookmarken:

Twitter Facebook MySpace deli.cio.us Digg Folkd Google Bookmarks
Linkarena Mister Wong Newsvine reddit StumbleUpon Windows Live Yahoo! Bookmarks Yigg
Diesen Artikel weiterempfehlen:

Anzeige

Hintergrund/Debatte

EU-Generalanwalt: Schächtverbot verstößt gegen Unionsrecht
...mehr

"Rasse" oder "rassistisch"? - Änderung des Begriffs "Rasse" im Grundgesetz notwendig
...mehr

350 IS-Rückkehrer in Deutschland - Warum Resozialisierung wichtig ist
...mehr

Ergebnisse des jüngsten Mikrozensus: 2,8 Millionen türkischstämmige Menschen leben in Deutschland
...mehr

Deutschland "eiert rum" beim Thema Rassismus - Interview mit dem ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff
...mehr

Alle Debattenbeiträge...

Die Pilgerfahrt

Die Pilgerfahrt (Hadj) -  exklusive Zusammenstellung Dr. Nadeem Elyas

88 Seiten mit Bildern, Hadithen, Quran Zitaten und Erläuterungen

Termine

Islamische Feiertage
Islamische Feiertage 2019 - 2027

Tv-Tipps
aktuelle Tipps zum TV-Programm

Gebetszeiten
Die Gebetszeiten zu Ihrer Stadt im Jahresplan

Der Koran – 1400 Jahre, aktuell und mitten im Leben

Marwa El-Sherbini: 1977 bis 2009