Newsinternational Sonntag, 05.08.2012 |  Drucken

Chinas Kommunisten verbieten Muslimen das Fasten

Regierung schränkt Religionsfreiheit massiv ein

Chinas Kommunistische Partei hat Schülern und Beamten in der von Muslimen dominierten Unruheprovinz Xinjiang untersagt, während des islamischen Fastenmonats Ramadan ihren religiösen Geboten zu folgen. Städtische Behörden und Schulen wurden angewiesen, dass Beamte und Schüler weder fasten noch in Moscheen beten dürften. Ähnliche Vorgaben gab es schon in den vergangenen Jahren. Offenbar sollen die Anordnungen in diesem Jahr aber besonders strikt umgesetzt werden.

Immer wieder kommt es zu gewalttätigen Übergriffen. Peking macht muslimische Terroristen und Separatisten dafür verantwortlich. Wie Staatsmedien am Donnerstag berichteten, wurden zuletzt erneut 20 Uiguren wegen Terrorismus und Separatismus zu Haftstrafen von bis zu 15 Jahren verurteilt.

Seit den ethnischen Unruhen zwischen muslimischen Uiguren und Han-Chinesen im Juli 2009, bei denen mehr als 200 Menschen getötet (meist Muslime) wurden, hat sich der Konflikt weiter verschärft

Kritiker werfen der chinesischen Regierung dagegen vor, die religiösen und kulturellen Rechte der turksprachigen Minderheit zu verletzen und den Konflikt auf diese Weise anzuheizen. So wurden im vergangenen Jahr Sozialleistungen für arme Familien an die Bedingung geknüpft, dass die Frauen keine Kopftücher mehr tragen und keine Kopftuch tragenden Gäste empfangen.

Im Internet zirkulierten Formulare, in denen sich Familien schriftlich dazu verpflichten mussten, die Vorgaben auch einzuhalten. Die jüngsten Einschränkungen der Religionsfreiheit wurden unter anderem in den Städten Aksu und Hotan umgesetzt, in denen der Anteil der Uiguren besonders hoch ist und wo es immer wieder zu gewaltsamen Übergriffen kommt. Eine Schule in Aksu erklärte, sie werde gegen "ethnische Separation" vorgehen und sicherstellen, dass "kein Lehrer oder Schüler an religiösen Aktivitäten teilnimmt". In Hotan wurden Mitarbeiter der Bildungsbehörde aufgerufen, Schulen zu besuchen, um "sicherzustellen, dass die Schüler sich gesund ernähren".



Ähnliche Artikel

» Grundsätzlich darf in der der Schule gebetet werden
» GRÜNE fordern nach Anhörung Ende der Moscheekontrollen in Niedersachsen
» KRM: „Gebetsverbot in der Schule schränkt Religionsfreiheit ein“
» Anhaltender Schaden: US-Regierung kritisiert mangelnde Toleranz gegenüber Muslimen in Europa
» Eklat in der UNO wegen Syrien-Resolution: Russland und China düpieren den Sicherheitsrat

Wollen Sie einen
Kommentar oder Artikel dazu schreiben?
Unterstützen
Sie islam.de
Diesen Artikel bookmarken:

Twitter Facebook MySpace deli.cio.us Digg Folkd Google Bookmarks
Linkarena Mister Wong Newsvine reddit StumbleUpon Windows Live Yahoo! Bookmarks Yigg
Diesen Artikel weiterempfehlen:

Ramadan 1435 / 2014


Der erste Tag des Festes des Fastenbrechens (Id Ul-Fitr) ist Montag der 28. Juli 2014

Gott, der Erbarmer, der Gerechte, der Liebevolle

Ramadancheckliste 2014

Aus der Finsternis in das Licht: Die Kadr-Nacht

25 Fragen zum Fasten im Ramadan

Wie ein guter Freund: Fastenmonat Ramadan

Von einer Nacht, die besser ist als tausend Monate

Schon Zakat gezahlt?

Anzeige

Hintergrund/Debatte

Schrift zum Ramadan von Muhammad Sameer Murtaza: Gott , der Barmherzige, der Erbarmer, der Gerechte, der Liebevolle
...mehr

Der Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten – Nachdenken über einen innerislamischen Dialog
...mehr

Gedenken zum 10. Jahrestag des NSU-Anschlages in Köln - Rede des Bundespräsidenten Joachim Gauck
...mehr

Gustav-Heinemann-Bürgerpreis verliehen: Junger Politiker zeigt NPD die Stirn
...mehr

Sport überwindet Grenzen
...mehr

Alle Debattenbeiträge...

Die Pilgerfahrt

Die Pilgerfahrt (Hadj) -  exklusive Zusammenstellung Dr. Nadeem Elyas

88 Seiten mit Bildern, Hadithen, Quran Zitaten und Erläuterungen

Termine

Islamische Feiertage
Islamische Feiertage 2012 - 2015

Tv-Tipps
aktuelle Tipps zum TV-Programm

Gebetszeiten
Die Gebetszeiten 2014 zu Ihrer Stadt im Jahresplan

Der Koran – 1400 Jahre, aktuell und mitten im Leben

Marwa El-Sherbini: 1977 bis 2009