Newsnational Montag, 23.05.2011 |  Drucken

Hessen: Gemeinsame Erklärung evangelischer und muslimischer Vertreter zum Selbstverständnis in säkularisierten Gesellschaft

Kernpunkte sind u.a. die Bejahung des weltanschaulich neutralen demokratischen Rechtsstaats, die Ablehnung von religiösem und politischem Fundamentalismus sowie Eintreten für Religionsfreiheit

Spitzenvertreter der Evangelischen Kirchen sowie der Islamischen Verbände in Hessen haben beim „Tag des Dialogs 2011" vergangen Woche eine gemeinsame Erklärung zum Selbstverständnis von Religionsgemeinschaften in einer säkularisierten Gesellschaft unterzeichnet. Auf Einladung der Herbert-Quandt-Stiftung trafen sie sich in Bad Homburg zu der Tagung. Gerade in einer säkular, nicht religiös verfassten Gesellschaft „fördern wir die verantwortungsbewusste Mitarbeit“ der Gläubigen, heißt es in der gemeinsamen Erklärung. Kernpunkte sind u.a. die Bejahung des weltanschaulich neutralen demokratischen Rechtsstaats, die Ablehnung jeder Form von religiösem und politischem Fundamentalismus sowie das Eintreten für Religionsfreiheit (siehe unterer Link für vollständige Erklärung).

Zu den Unterzeichnern gehören Spitzenvertreter der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, der Evangelischen Kirche in Kurhessen- Waldeck, Vertreter der Islamischen Religionsgemeinschaft Hessen e.V.(IRH), sowie des Verbandes der Islamischen Kulturzentren e.V. (VIKZ) und der der Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V. (DITIB).

„Wir setzen gemeinsam auf den gesellschaftfördernden Wert der Religionen, auch durch bekenntnisorientierten Religionsunterricht“, sagte EKHN-Präsident Volker Jung. Die Kosten dafür müssten die Bundesländer tragen, das gelte ebenso für islamische Lehre an Schulen. Für die EKKW sagte Bischof Martin Hein, Gott gebe sich für Christen und Moslems verschieden zu erkennen. „Aber arabische Christen“, ergänzte Hein, „beten auch zu «Allah».“

Der „Tag des Dialogs" fand zum sechsten Mal statt. Gastgeber in diesem Jahr war die Herbert Quandt-Stiftung. Der „Tag des Dialogs" hat Klausur- und Studiencharakter und findet immer an einem neutralen Ort statt.




Lesen Sie dazu auch:
Erklärung zum Selbstverständnis von Religionsgemeinschaften in einer säkularisierten Gesellschaft

Ähnliche Artikel

» Islam in Deutschland: Gefühlte Anerkennung ja – Faktische Gleichstellung nein
» ZMD für eine Struktur von "unten nach oben"
» Islam staatlich kontrollieren? – Neue Entwicklungen zu Imamausbildung und Religionsunterricht
» Katholikentag in Regensburg: Einsatz der Relgionen
» Überwachungsskandale von Firmen: Der Staat macht’s doch vor

Wollen Sie einen
Kommentar oder Artikel dazu schreiben?
Unterstützen
Sie islam.de
Diesen Artikel bookmarken:

Twitter Facebook MySpace deli.cio.us Digg Folkd Google Bookmarks
Linkarena Mister Wong Newsvine reddit StumbleUpon Windows Live Yahoo! Bookmarks Yigg
Diesen Artikel weiterempfehlen:

Anzeige

Hintergrund/Debatte

„Rückblick auf die Integrations- und Migrationspolitik der letzten Jahre“ - Sachverständigenrat veröffentlicht Jahresgutachten
...mehr

Multikulti vs. Nationalismus - Reportage über die Renaissance fremdenfeindlicher Positionen
...mehr

Das gestörte Gleichgewicht bezüglich der Berichterstattung über den Islam
...mehr

Marcel Luthe (FDP) – Wie konkret ist die Ankündigung des Berliner Innensenators zum Schutz von Moscheen?
...mehr

Kulturrat begrüsst Untersuchtung zur Medienagenda von ARD und ZDF und kritisiert, dass die Studie nur eine Momenaufnahme ist
...mehr

Alle Debattenbeiträge...

Die Pilgerfahrt

Die Pilgerfahrt (Hadj) -  exklusive Zusammenstellung Dr. Nadeem Elyas

88 Seiten mit Bildern, Hadithen, Quran Zitaten und Erläuterungen

Termine

Islamische Feiertage
Islamische Feiertage 2019 - 2027

Tv-Tipps
aktuelle Tipps zum TV-Programm

Gebetszeiten
Die Gebetszeiten zu Ihrer Stadt im Jahresplan

Der Koran – 1400 Jahre, aktuell und mitten im Leben

Marwa El-Sherbini: 1977 bis 2009