Newsnational Montag, 31.05.2010 |  Drucken

Entsetzen: Blutvergießen durch israelisches Militär auf Nothilfe-Schiffe für Gaza - KRM verurteilt Angriff

Mindestens 10 Menschen getötet und bis zu 50 verletzt – Türkei: "Klarer Bruch" des internationalen Rechts - Immer mehr Prominente kämpfen gegen Blockade von Gaza – Offener Brief an Bundeskanzlerin - Auch Grünhelme-Projekt in Palästina in größter Gefahr - Arabische Liga: Israel will kein Frieden

Die Türkei spricht von einem irreparablen Schaden, Palästinenserchef Abbas von einem "Verbrechen", Frankreichs Außenminister ist "hochgradig schockiert": Israels Angriff auf eine Hilfsflotte für den Gaza-Streifen ruft Entsetzen hervor. Bis zu 19 Menschen sollen bei der Attacke getötet worden sein.Die Arabische Liga berief für Dienstag eine außerordentliche Sitzung ein. Bei der Sitzung in Kairo solle „eine gemeinsame arabische Haltung" gefunden werden, sagte Liga-Chef Amr Mussa am Montag in Doha. Der israelische Angriff auf die "Friedens-Flottille" sei "eine sehr starke Botschaft, mit der Israel signalisiert, dass es keinen Frieden will"

Was war passiert?
Der aus sechs Schiffen bestehende Konvoi hatte am Sonntag vor Zypern die 400 Kilometer lange Reise zum Gazastreifen begonnen. An Bord der Schiffe befinden sich etwa 10 000 Tonnen Hilfsgüter, darunter auch 100 Fertighäuser, 500 Rollstühle und medizinische Ausrüstung. Am Abend verließen israelische Kriegsschiffe ihre Stützpunkte und stürmten ein türkisches Hilfsboot. Dabei wurden mindestens 10 Menschen getötet und über 50 verletzt. Die israelische Regierung verhängte inzwischen eine Informationssperre.

Die Organisatoren von "Free Gaza" werfen dem Kommando vor, das Feuer auf unbewaffnete Passagiere eröffnet zu haben.
Die türkische Regierung reagierte scharf auf den Einsatz gegen den internationalen Konvoi, dem sich auch eine türkische Menschenrechtsgruppe angeschlossen hatte. "Wir verurteilen diese unmenschlichen Praktiken Israels", teilte das Außenministerium in Ankara mit. Der israelische Militäreinsatz stelle einen "klaren Bruch" des internationalen Rechts dar und könne zu "irreparablen Konsequenzen" in den bilateralen Beziehungen führen. Die türkische Regierung bestellte zudem Israels Botschafter ein.

KRM verurteilt Angriff

Unterdessen verurteilte in einer Erklärung der Koordinationsrates der Muslime (KRM, ein Zusammenschluss von DITIB, VIKZ, Islamrat und ZMD) den Angriff der israelischen Armee auf die Friedensflotte nach Gaza.

Darin erinnerte der KRM-SprecherAli Kizilkaya daran, dass die israelischen Sicherheitskräfte eine zivile humanitäre Flotte angegriffen und es dabei zu Toten und Verletzten gekommen sei. "Dagegen protestieren wir auf das Schärfste," sagte der KRM-Sprecher wörtlich. „Mit dem Angriff auf unschuldige Zivilisten bringt die israelische Regierung die Friedensbemühung noch weiter in Bedrängnis. Der Angriff und die Art der Ausführung verstoßen offen gegen internationales Völkerrecht". „Wir rufen die UNO und die EU auf über die Einhaltung von Menschenrechten und Völkerrecht sorge zu Tragen.Unsere Gebete sind mit den Menschen auf den Schiffen und ihren Familien.“, sagte Kizilkaya

Immer mehr Prominente kämpfen gegen Blockade von Gaza

An Bord der Schiffe sind zahlreiche internationale Hilfsorganisationen unterwegs. Alleine aus Deutschland. Paxchristi, die Organisation Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges. Prominente unterstützen an Bord der Schiffe diesen Friedens- und Hilfskonvoi, darunter der schwedische Bestsellerautor Henning Mankell, Friedensnobelpreisträgerin Mairead Corrigan Maguire, dutzende europäische Parlamentarier, darunter alleine aus Deutschland die Linken-Abgeordneten Inge Höger und Annette Groth und nicht zuletzt die u Holocaust-Überlebende und Menschenrechtsaktivistin Hedy Epstein. (Siehe auch offene Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel und Außenminister Guido Westerwelle im unteren Link und Unterstützerkreis).

Seit mehreren Jahren nun leiden die Menschen in Gaza große Not, weil das Gebiet vollständig durch die Israelis abgesperrt ist. Immer wieder versuchen Menschenrechtsaktivisten und Humanitäre Hilfsgüter die Blockade zu durchbrechen. Mehrfach wurde von israelischer Seite versucht diese Hilfen zu diskreditieren, indem den Menschenrechtlern eine Zusammenarbeit mit „islamistischen Kreisen“ unterstellt wurde. Immer weniger fallen auf diese durchsichtige Taktik herein und immer mehr prominente Menschenrechtsaktivisten ziehen nach Gaza, um friedlich und pazifistisch auf die katastrophale humanitäre Lage in Gaza aufmerksam zu machen und zu helfen.

Auch Grünhelme-Projekt "Tent of Nations" in höchster Gefahr

Unterdessen ist das Projekt der GRÜNHELME auf dem Weinberg DAHER in Palästina in höchster Gefahr. Trotz der Intervention des MdB R. Polenz und des deutschen Außenministers ist Lage unklar. Am Freitag verhängte Israel überraschend ein Räumungsbefehl. Der Vorsitzende der Grünhelme Rupert Neudeck appelliert eindringlich an alle Friedensaktivisten in dem Artikel „Wer die Solaranlage zerstört, kann nicht Frieden wollen“ zum Einlenken der Eskalation. (siehe untere Link)


Lesen Sie dazu auch:
Offener Brief an Bundeskanzlerin: "Helfen Sie, damit die Hilfsgüter Gaza erreichen"
Unterzeichner von „Blockade von Gaza beenden“
GRÜNHELME-Projekt auf dem Weinberg DAHER in Palästina in höchster Gefahr

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