Newsinternational Sonntag, 18.04.2010 |  Drucken

Atomgipfel im Spiel der Weltpolitik

Barack Obamas Atomgipfel in Washington, die Konferenz „Atomkraft für alle, Atomwaffen für niemanden“ in Teheran und die Rolle Israels

„Der Atom-Gipfel vom 12. bis 13. April in Washington hat keine Überraschungen gebracht, diente aber der nuklearen Sicherheit. In einem so hoch technologischen und komplizierten Bereich wie der Unversehrtheit und Sicherheit der Kernbrennstoffe ist bereits ein kleiner technischer Fortschritt ein politischer Erfolg“, meint zumindest die russische Nachrichtenagentur Novosti.

Zum Abschluss des Atomgipfels in Washington hatte US-Präsident Barack Obama Israel aufgerufen, dem Atomwaffensperrvertrag beizutreten. Es sei wichtig, dass alle Länder dem Atomwaffensperrvertrag angehörten, sagte Obama. Dies sei seit langer Zeit die Haltung der US-Regierung. Auch die Atom-Staaten Indien und Pakistan lehnen die Unterzeichnung des Vertrags ab.

Israel will dem Atomwaffensperrvertrag nicht beitreten. «Israel hat niemals gedroht, andere Länder oder Nationen zu zerstören», begründete Verteidigungsminister Ehud Barak die Haltung seines Landes. Unterzeichner wie der Iran hätten dagegen mit Drohungen gegen Israel den Vertrag systematisch gebrochen, so Barak. Israel hat nach Schätzungen von Experten Plutonium für bis zu 200 Sprengsätze entwickelt
In Iran hat am Samstag eine internationale Konferenz über atomare Abrüstung begonnen an der Außenminister aus zehn Staaten sowie Experten aus 60 Ländern zusammen. Nach Angaben der Agentur Fars sind auch die Veto-Mächte des Uno-Sicherheitsrates mit kleineren Delegationen vertreten. Die Tagung in Teheran unter dem Motto „Atomkraft für alle, Atomwaffen für niemanden„ ist eine Art Gegenveranstaltung zur Konferenz über nukleare Abrüstung, zu der US-Präsident Barack Obama Anfang dieser Woche eingeladen hatte.

Die Süddeutsche Zeitung meint zu diesem Komplex„Je größer der Druck auf Präsident Mahmud Ahmadinedschad wird, desto lauter wird gefragt: Warum soll in Jerusalem erlaubt oder zumindest geduldet sein, was in Teheran verboten ist? Diese Antwort führt tief hinein in die Widersprüche der Weltpolitik, und sie zeigt besonders deutlich, welch tiefe Kluft sich auftut zwischen den visionären Postulaten des US-Präsidenten und der rauen Wirklichkeit.“ (Quellen: novosti, sda/Reuters/afp und Süddeutsche Zeitung)



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