Newsinternational Donnerstag, 01.09.2022 |  Drucken

Bundesregierung kündigt Konsequenzen aus UN-Bericht über Uiguren an

Vorwurf: Systematische Folter, Zwangsarbeit und Vergewaltigungen in Internierungslagern in Xinjiang - China verbittet sich "Einmischung in die innere Angelegenheit"

Berlin/Genf (KNA) Nach dem UN-Bericht zur Lage der Uiguren und anderer muslimischer Minderheiten in der chinesischen Region Xinjiang hat die Bundesregierung Peking zur Einhaltung der Menschenrechte gemahnt. Alle willkürlich Inhaftierten müssten sofort freigelassen und die Vorwürfe schwerster Menschenrechtsverletzungen von unabhängiger Seite aufgeklärt werden, erklärte das Auswärtige Amt in Berlin am Donnerstag.



Über Konsequenzen aus dem Bericht werde man in der EU und in den Vereinten Nationen beraten, hieß es mit Verweis auf mögliche Zwangsarbeit in Lieferketten.



Der Bericht war wenige Minuten vor dem Ende des Mandats von UN-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet am Mittwoch um Mitternacht veröffentlicht worden. Bachelet hatte zuvor erklärt, sowohl China als auch viele andere Staaten hätten starken Druck auf sie ausgeübt. Die 46-seitige Bewertung spricht von "glaubhaften" Vorwürfen von systematischer Folter, Zwangsarbeit und Vergewaltigungen in Internierungslagern in Xinjiang. Die Behandlung der Uiguren und anderer vorwiegend muslimischer Gruppen im Namen der Extremismusbekämpfung könne "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" darstellen.



China ließ zeitgleich mit dem Bericht eine Stellungnahme seiner diplomatischen Vertretung in Genf veröffentlichen; darin ist von Missachtung der menschenrechtlichen Fortschritte in Xinjiang, bewusster Verleumdung und Einmischung in innere Angelegenheiten die Rede.




Ähnliche Artikel

» China-Gewalt: Erdogan spricht von "Eine Art Völkermord"
» Frankreichs Parlament sieht "Völkermord" an Uiguren durch China
» Bundestag befasst sich mit den schweren Menschenrechtsverletzungen an den muslimischen Uiguren in China
» China vor der Olymiade
» 100 Athleten mit Offenen Brief an Chinas Präsidenten – Uiguren und Tibetaner protestieren heute gemeinsam in Berlin

Wollen Sie einen
Kommentar oder Artikel dazu schreiben?
Unterstützen
Sie islam.de
Diesen Artikel bookmarken:

Twitter Facebook MySpace deli.cio.us Digg Folkd Google Bookmarks
Linkarena Mister Wong Newsvine reddit StumbleUpon Windows Live Yahoo! Bookmarks Yigg
Diesen Artikel weiterempfehlen:

Anzeige

Hintergrund/Debatte

Expertenkreis Muslimfeindlichkeit kündigt Bericht für 2023 an
...mehr

Goethe-Universität Frankfurt: DITIB Jugendstudie 2021
...mehr

Institutionalisierung der islamischen Wohlfahrtspflege - Ein Beitrag von ZMD-Vorsitzenden Aiman Mazyek
...mehr

Jürgen Micksch: Gedenken an Völkermord an Êzîden – Mit Beteiligung des ZMD
...mehr

Bundestag wählt Ferda Ataman zur Antidiskriminierungsbeauftragten
...mehr

Alle Debattenbeiträge...

Die Pilgerfahrt

Die Pilgerfahrt (Hadj) -  exklusive Zusammenstellung Dr. Nadeem Elyas

88 Seiten mit Bildern, Hadithen, Quran Zitaten und Erläuterungen

Termine

Islamische Feiertage
Islamische Feiertage 2019 - 2027

Tv-Tipps
aktuelle Tipps zum TV-Programm

Gebetszeiten
Die Gebetszeiten zu Ihrer Stadt im Jahresplan

Der Koran – 1400 Jahre, aktuell und mitten im Leben

Marwa El-Sherbini: 1977 bis 2009