Newsnational Freitag, 14.08.2020 |  Drucken


"Stoppt Rassismus"
"Stoppt Rassismus"

Forscher beklagt: Deutschlands komplette Führungsriege ist weiß

Laut Bundesregierung gibt es in Deutschland mindestens vier Gruppen, die auf besondere Weise rassistisch diskriminiert werden: "Schwarze Menschen, muslimische oder muslimisch markierte Menschen, Sinti und Roma und die jüdische Community"

Frankfurt In Deutschland sind schwarze Menschen nach Ansicht des Rassismusforschers Daniel Gyamerah in der Politik stark unterrepräsentiert. Es sei "leider im Bereich der Bundespolitik wie auch in vielen Landesregierungen der Fall, dass die komplette Führungsriege weiß ist. 100 Prozent", sagte Gyamerah, Bereichsleiter der Berliner Denkfabrik "Citizens for Europe", in einem Interview der "Frankfurter Rundschau" (Mittwoch).

Bislang gebe es nur zwei schwarze Politikerinnen, die in der öffentlichen Debatte "sichtbar repräsentiert" seien: Der SPD-Politiker und Bundestagsabgeordnete Karamba Diaby sowie die Grünen-Politikerin und Vizepräsidentin des schleswig-holsteinischen Landtags, Aminata Toure. In Deutschland gebe es zudem an den Hochschulen keinen Lehrstuhl zu "antischwarzem Rassismus". Das müsse sich ändern, forderte Gyamerah. Dabei lebten in Deutschland mehr als eine Million Menschen afrikanischer Herkunft, so die "Frankfurter Rundschau" unter Berufung auf das Statistische Bundesamt.

Laut Bundesregierung gebe es in Deutschland mindestens vier Gruppen, die auf besondere Weise von rassistischer Diskriminierung betroffen seien: "Schwarze Menschen, muslimische oder muslimisch markierte Menschen, Sinti und Roma und die jüdische Community", so Gyamerah


"Unterlegenheit" gegenüber Rassismus im bildlichen Sinne veranschaulicht

"Unterlegenheit" gegenüber Rassismus im bildlichen Sinne veranschaulicht
Begriff "Menschen mit Migrationshintergrund" wenig hilfreich

Beim Reden über Rassismus hält Gyamerah den Begriff "Menschen mit Migrationshintergrund" für wenig hilfreich. Laut Bundesregierung gebe es in Deutschland mindestens vier Gruppen, die auf besondere Weise von rassistischer Diskriminierung betroffen seien: "Schwarze Menschen, muslimische oder muslimisch markierte Menschen, Sinti und Roma und die jüdische Community", so Gyamerah. All diese Menschen hätten zunehmend keinen Migrationshintergrund, etwa weil sie der dritten Generation angehörten.



Ähnliche Artikel

» Bund interessiert sich für für Diskriminierung und Benachteiligung, erstmalig auch von Muslimen
» Rassismus in der EU weiter verbreitet, als bisher angenommen
» Muslime in Deutschland - ausgegrenzt oder zugehörig? Historische Stereotype zu Juden werden gegenwärtig auf Muslime umgedeutet - Geht das? Von Mohammed Khallouk
» Rassismusforschung in Deutschland wird gestärkt
» Schattenbericht der Internationalen Liga für Menschenrechte: „Rassistische Einstellungen auf allen Ebenen der Gesellschaft“

Wollen Sie einen
Kommentar oder Artikel dazu schreiben?
Unterstützen
Sie islam.de
Diesen Artikel bookmarken:

Twitter Facebook MySpace deli.cio.us Digg Folkd Google Bookmarks
Linkarena Mister Wong Newsvine reddit StumbleUpon Windows Live Yahoo! Bookmarks Yigg
Diesen Artikel weiterempfehlen:

Anzeige

Hintergrund/Debatte

ZMD Hessen begrüßt in seiner Pressemitteilung die Entscheidung Verwaltungsgerichtshof (VGH), wonach Aussetzung des islamischen Religionsunterrichts durch die Landesregierung rechtswidrig war
...mehr

ZMD bei den politischen Iftars bei der CDU und Bundesminister Özdemir
...mehr

Fruit Logistica bot Gebetsraum an
...mehr

Was nun? ZMD Standortbestimmung zu aktuellen Themen rund um den Islam in Deutschland - Aiman Mazyek in einem längeren Interview mit der Katholischen Nachrichten Agentur (KNA) vom 19.03.2022
...mehr

Die Herkunft Europas - Buch von Bernhard Braun
...mehr

Alle Debattenbeiträge...

Die Pilgerfahrt

Die Pilgerfahrt (Hadj) -  exklusive Zusammenstellung Dr. Nadeem Elyas

88 Seiten mit Bildern, Hadithen, Quran Zitaten und Erläuterungen

Termine

Islamische Feiertage
Islamische Feiertage 2019 - 2027

Tv-Tipps
aktuelle Tipps zum TV-Programm

Gebetszeiten
Die Gebetszeiten zu Ihrer Stadt im Jahresplan

Der Koran – 1400 Jahre, aktuell und mitten im Leben

Marwa El-Sherbini: 1977 bis 2009