Newsinternational Dienstag, 12.08.2008 |  Drucken

Iran: Gehen Verhandelung um den Atomstreit weiter?

Krieg oder kein Krieg, das ist hier die Frage

US-Vizepräsident Dick Cheney, der weiterhin für eine militärische Option für den Iran ist, bevor die Bush-Administration aus dem Amt scheidet, steht nun im Streit mit Verteidigungsminister Robert Gates und anderen wichtigen Politikern innerhalb der amerikanischen Regierung.

Gates veröffentlichte zwei Berichte, in denen er der Forderung nach einem Angriff zum jetzigen Zeitpunkt entgegentritt. Der erste erschien in der letzten Ausgabe des Parameter, dem Magazin der Hochschule der Armee in Carlisle/Pennsylvania. Darin hatte Gates erklärt, ein US-Militärschlag gegen den Iran wäre „katastrophal“. Das amerikanische Militär sei schon durch die Anstrengungen in Afghanistan und dem Irak bis an die Grenzen belastet und könne weitere Anforderungen nicht übernehmen. In Israel ist ein vergleichbarer Fraktionskampf im Gang. Der Generalstabschef der israelischen Streitkräfte General Gabi Ashkenazi z.B. lehnt einen neuen Krieg ab.

Unterdessen haben Irans Atom-Unterhändler Said Dschalili und der EU-Außenbeauftragte Javier Solana nach Angaben Teherans die Fortsetzung ihrer Verhandlungen über eine Beilegung des Atomstreits vereinbart. Die beiden Diplomaten seien während eines Telefonats am Montag übereingekommen, die Gespräche über einen Ausweg aus der Krise „in konstruktiver Atmosphäre“ fortzusetzen, berichtete das iranische Staatsfernsehen. Solana hatte dem Iran Mitte Juni ein Kooperationsangebot der sogenannten Sechsergruppe, bestehend aus Deutschland und den fünf UN-Vetomächten USA, Großbritannien, Frankreich, Russland und China, unterbreitet. Teheran blieb eine klare Antwort jedoch bislang schuldig.

Solana hatte dem Iran im Namen der Sechsergruppe wirtschaftliche und technologische Zusammenarbeit im Gegenzug für den Verzicht auf die Urananreicherung angeboten. Nachdem eine informelle Erklärungsfrist kürzlich abgelaufen war, drängten vor allem die USA auf schärfere Sanktionen. In Beratungen verständigte sich die Sechsergruppe laut Diplomaten zunächst darauf, Teheran zumindest eine solche Verschärfung anzudrohen und zugleich das Gesprächsangebot aufrechtzuerhalten.



Ähnliche Artikel

» Israelische Reservisten brechen Schweigen zum Gaza-Krieg
» Atomstreit: Iran mit einem überraschenden Angebot
» Israeli und Iraner in Jury beim Musikfestival MAQOM
» USA bietet der Atommacht Israel Waffen gegen Angriffsverzicht
» Iran-Wahlen: Unregelmäßigkeiten beträfen mehr als drei Millionen Stimmen

Wollen Sie einen
Kommentar oder Artikel dazu schreiben?
Unterstützen
Sie islam.de
Diesen Artikel bookmarken:

Twitter Facebook MySpace deli.cio.us Digg Folkd Google Bookmarks
Linkarena Mister Wong Newsvine reddit StumbleUpon Windows Live Yahoo! Bookmarks Yigg
Diesen Artikel weiterempfehlen:

Anzeige

Hintergrund/Debatte

Neuer ZMD-Landesverband in Hamburg gegründet - Vorstandsvorsitzender der Al-Nour Moschee Daniel Abdin wurde zum ersten und neuen Vorsitzenden des Landesverbandes Hamburg gewählt
...mehr

ZMD Generalsekretär Abdassamad El Yazidi empfängt Vertreter der Arakan Rohingya Union in Frankfurt
...mehr

ZMD-Vorsitzender Aiman Mazyek und Stellv.Vors. Nurhan Soykan auf Einladung des Bundespräsidenten Steinmeier und Frau Büdenbender beim diesjährigen Sommerfest
...mehr

Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) bietet Weiterbildungsseminar für Lehrkräfte von ergänzendem Arabischunterricht an
...mehr

Verurteilung im Verfahren Dresdener "Moschee-Anschlag" rechtskräftig
...mehr

Alle Debattenbeiträge...

Die Pilgerfahrt

Die Pilgerfahrt (Hadj) -  exklusive Zusammenstellung Dr. Nadeem Elyas

88 Seiten mit Bildern, Hadithen, Quran Zitaten und Erläuterungen

Termine

Islamische Feiertage
Islamische Feiertage 2019 - 2027

Tv-Tipps
aktuelle Tipps zum TV-Programm

Gebetszeiten
Die Gebetszeiten zu Ihrer Stadt im Jahresplan

Der Koran – 1400 Jahre, aktuell und mitten im Leben

Marwa El-Sherbini: 1977 bis 2009