Newsinternational Montag, 23.01.2017 |  Drucken

Amnesty-Direktorin kündigt Verteidigung der Menschenrechte gegen Trump an

Margaret Huang bekräftigt, jeder Aushöhlung der Menschenrechte entschieden entgegenzutreten - Amnesty bezeichnet Obamas Bilanz als „durchwachsen“

WASHINGTON / BERLIN, 19.01.2017 – Die Direktorin von Amnesty International in den USA, Margaret Huang, zeigt sich entschlossen, die Menschenrechte in den USA vor dem kommenden amerikanischen Präsidenten Donald Trump zu verteidigen. In einem Interview mit dem „Amnesty Journal“ kündigte Huang an, dass ihre Organisation „jeden Versuch der neuen Administration bekämpfen“ werde, der darauf abziele, „die Menschenrechte auszuhöhlen“.

Insbesondere Foltermethoden wie „Waterboarding“ wieder aufzunehmen oder auszuweiten, werde auf den entschiedenen Widerstand von Amnesty International stoßen. „Aussagen, wie sie Trump während seines Wahlkampfs machte, hat es zuvor nicht gegeben. Sie sind beispiellos und ganz offensichtlich besorgniserregend. Außerdem hat Trump Personen in sein Kabinett geholt, die Menschenrechten feindlich gegenüberstehen.“

Huang verglich die Rhetorik Trumps mit der rund um das Brexit-Referendum in Großbritannien. „Wir dürfen nicht zulassen, dass Fremdenhass und Diskriminierung immer weiter um sich greifen, und wir dürfen nicht zulassen, dass sie zur Grundlage von Gesetzen werden“, sagte Huang dem „Amnesty Journal“. Angesichts der Ernennung von zwei früheren Generälen zu Ministern im Kabinett Trumps äußerte sie die Befürchtung, dass es zu einer weiteren „Militarisierung der Außenpolitik“ sowie einer „Lockerung der Waffengesetze im Inland“ kommen könnte.

Die Menschenrechtspolitik des scheidenden Präsidenten Barack Obamas bezeichnete die Amnesty-Direktorin als „durchwachsen“. So habe er einerseits „die Anwendung von Folter verboten und dafür gesorgt, dass mehr Amerikaner Gesundheitsversorgung erhalten“. Doch seien unter ihm auch „Drohneneinsätze zu Überwachungs- und Angriffszwecken ausgeweitet“ worden. Außerdem habe seine Regierung „Waffen an repressive Regierungen verkauft, zum Beispiel an Saudi-Arabien“, so Huang.Amnesty International hat in den USA mehr als eine Million Mitglieder und Unterstützer.



Ähnliche Artikel

» 11 Jahre Menschenrechstverletzungen: Guantánamo
» Menschenrechte: Obama hält an Guantánamo-Schließung fest
» Westliche Waffen und Munition gegen friedliche Demonstranten in der arabischen Welt?
» Israel hat sich nun offiziell für den Mord der neun Menschenrechtsaktivisten aus dem Jahr 2010 entschuldigt
» Amnesty ruft zu Aktion gegen «antimuslimischen Rassismus» auf

Wollen Sie einen
Kommentar oder Artikel dazu schreiben?
Unterstützen
Sie islam.de
Diesen Artikel bookmarken:

Twitter Facebook MySpace deli.cio.us Digg Folkd Google Bookmarks
Linkarena Mister Wong Newsvine reddit StumbleUpon Windows Live Yahoo! Bookmarks Yigg
Diesen Artikel weiterempfehlen:

Anzeige

Hintergrund/Debatte

Kalifat, Scharia-Polizei und Propagandisten - Von Aiman Mazyek
...mehr

Die Große Moschee in Duschanbe (Tadschikistan) ist das größte Gotteshaus in Zentralasien
...mehr

Film-Besprechung: "In Liebe, eure Hilde" - Dresens neuer Film erzählt eine tragische Geschichte aus der NS-Zeit auf der Berlinale 2024
...mehr

ZMD-Landesverband Rheinland-Pfalz in Staatskanzlei mit anderen muslimischen Religionsgemeinschaften: Kein Generalverdacht und: „Jüdisches und muslimisches Leben sind ein integraler Bestandteile des Landes"
...mehr

Daniel Barenboim mit DAG-Friedrich II von Hohenstaufen-Preis geehrt
...mehr

Alle Debattenbeiträge...

Die Pilgerfahrt

Die Pilgerfahrt (Hadj) -  exklusive Zusammenstellung Dr. Nadeem Elyas

88 Seiten mit Bildern, Hadithen, Quran Zitaten und Erläuterungen

Termine

Islamische Feiertage
Islamische Feiertage 2019 - 2027

Tv-Tipps
aktuelle Tipps zum TV-Programm

Gebetszeiten
Die Gebetszeiten zu Ihrer Stadt im Jahresplan

Der Koran – 1400 Jahre, aktuell und mitten im Leben

Marwa El-Sherbini: 1977 bis 2009