Newsinternational Samstag, 24.08.2019 |  Drucken

Wechsel an Spitze von Religionsallianz: Muslimin folgt Katholik

Azza Karam wird neue Generalsekretärin der internationalen Nichtregierungsorganisation "Religions for Peace" (RfP)

Die 1968 in der ägyptischen Hauptstadt Kairo geborene Muslimin wurde am Mittwoch in Lindau zur Nachfolgerin des US-Amerikaners William F. Vendley und als erste Frau auf diesen Posten gewählt, wie RfP am Donnerstag auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) bestätigte. In der südbayerischen Stadt am Bodensee findet noch bis Freitag die Weltversammlung von RfP statt, der nach eigenen Angaben größten Allianz religiöser Gemeinschaften auf Erden.

Karam arbeitet in New York beim UN-Bevölkerungsfonds und führt auch die UN-Arbeitsgruppe für Religion und Entwicklung. Sie kümmerte sich laut dem Washingtoner "Berkley Center for Religion, Peace & World Affairs" in der Vergangenheit beispielsweise um regionale Bildungsprogramme im arabischen Raum. Zudem war sie Präsidentin des Komitees religiöser Nichtregierungsorganisationen bei den Vereinten Nationen. Karams Wahl sollte dem Vernehmen nach erst am Freitag offiziell bekanntgemacht werden.

Der katholische Theologe Vendley, Jahrgang 1947, war nach RfP-Darstellung 25 Jahre lang RfP-Generalsekretär. Er wirkte demnach unter anderem an Friedensbemühungen bei Konflikten in Bosnien-Herzegowina, Sierra Leone und dem Irak mit, arbeitete für das US-Außenministerium und engagiert sich im Netzwerk "Lösungen für eine nachhaltige Entwicklung" der Vereinten Nationen. Bereits vor der jetzigen Weltversammlung hatte Vendley angekündigt, sein Amt abgeben zu wollen.

RfP ist laut eigener Darstellung in rund 100 Ländern aktiv, Hauptsitz ist New York. Oberstes Ziel der seit 1973 bei den UN akkreditierten Organisation ist "die Förderung gemeinsamer Aktionen der Glaubensgemeinschaften weltweit zur Stärkung des Friedens".

Die RfP-Weltversammlungen finden etwa alle fünf Jahre statt - aktuell erstmals in Deutschland mit rund 900 Teilnehmern. Unter ihnen sind Angehörige von mehr als einem Dutzend Religionen, etwa Vertreter der Bahai, des Buddhismus, Christentums, Hinduismus, Judentums, Islams und Zoroastrismus sowie von indigenen Gruppen. Das Motto lautet "Für unsere gemeinsame Zukunft sorgen - Das Gemeinwohl für alle fördern".



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