Newsinternational Dienstag, 14.02.2017 |  Drucken

Höchst umstrittener Bann für Gebetsrufe nimmt erste Hürde in Israel

Einschränkung der Religionsfreiheit schreitet fort

Jerusalem Die Nutzung von Lautsprecheranlagen für den islamischen Gebetsruf könnte in Israel künftig tabu sein. Ein entsprechender Gesetzentwurf ist am Sonntagabend im Rechtsausschuss des israelischen Parlaments angenommen worden, wie örtliche Medien berichteten. Das Gesetz soll am Mittwoch in erster Lesung vor das Parlament gebracht werden.

Der von Moti Yogev (Jüdisches Heim) eingebrachte Entwurf will die Nutzung von Lautsprechern zwischen 23 Uhr abends und 7 Uhr morgens gesetzlich verbieten. Zuwiderhandlungen sollen mit umgerechnet bis zu 2.500 Euro geahndet werden. Begründet wird das Verbot mit der Lebensqualität von Anwohnern, die durch die Gebetsrufe eingeschränkt werde.

Bereits im Dezember hatten israelische Politiker versucht, Muezzine und islamische Gebetsrufe einzuschränken, waren aber am Widerstand aus strengreligiös-jüdischen Kreisen gescheitert, die negative Auswirkungen auch auf die jüdische Religionsausübung befüchteten.

Vertreter der Palästinenser und arabischer Länder kritisierten den erneuten Vorstoß scharf. Seine Annahme könne «die Region in ein Desaster ziehen», sagte Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas laut Bericht der palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa (Sonntagabend). Der palästinensische Religionsminister Yousif Idais nannte das Gesetz rassistisch. Es dränge eine ganze Region in einen Religionskrieg. Auch der stellvertretende Generalsekretär der arabischen Liga, Ahmed Ben Helli, nannte das Gesetz eine «sehr gefährliche Provokation».

Die jordanische islamische Wakf-Behörde wies unterdessen laut Wafa darauf hin, dass Israel als Besatzungsmacht nicht die Befugnis habe in einer besetzten Stadt Änderungen vorzunehmen.





Ähnliche Artikel

» Israelische Polizei gegen Gebetsrufverbots-Gesetz
» „Wir sind nicht mehr die Opfer und gebt endlich die Besetzung auf“
» Palästinenser fordern internationalen Schutz
» Nahost: Zivile Friedensdemonstration in Beit Jalas – Jenas Bürgermeister mittendrin
» Jüdisch-muslimisches Bündnis bezieht Stellung zu Nahost-Konflikt

Wollen Sie einen
Kommentar oder Artikel dazu schreiben?
Unterstützen
Sie islam.de
Diesen Artikel bookmarken:

Twitter Facebook MySpace deli.cio.us Digg Folkd Google Bookmarks
Linkarena Mister Wong Newsvine reddit StumbleUpon Windows Live Yahoo! Bookmarks Yigg
Diesen Artikel weiterempfehlen:

Anzeige

Hintergrund/Debatte

Eine Freundschaft, die Welten verbindet – Aiman Mazyek stellt das Buch „The Pope and The Grand Imam - A Thorny Path“ von Mohammad Abdulsalam vor.
...mehr

Was erwarten Muslime und ihre Einrichtungen von der neuen Bundesregierung bzw. wie werden sie sich einbringen - Aiman Mazyek kommentiert im NDR den knapp 170 Seiten Koalitionsvertrag
...mehr

Kreativer durch Interreligiosität - Der Verein „Coalition of Faith-Baised Organizations“ setzt auf die Kraft, die Religion im Menschen weckt – ZMD-Vorsitzender u.a. im Vorstand.
...mehr

Im Schatten Gottes: Unter Yavuz Sultan Selim brach die globale Moderne an
...mehr

Die Christlich-Muslimische Friedensinitiative (CMFD) begrüsst die Möglichkeit eines öffentlichen Gebetsruf der Moscheegemeinden in Köln
...mehr

Alle Debattenbeiträge...

Die Pilgerfahrt

Die Pilgerfahrt (Hadj) -  exklusive Zusammenstellung Dr. Nadeem Elyas

88 Seiten mit Bildern, Hadithen, Quran Zitaten und Erläuterungen

Termine

Islamische Feiertage
Islamische Feiertage 2019 - 2027

Tv-Tipps
aktuelle Tipps zum TV-Programm

Gebetszeiten
Die Gebetszeiten zu Ihrer Stadt im Jahresplan

Der Koran – 1400 Jahre, aktuell und mitten im Leben

Marwa El-Sherbini: 1977 bis 2009