Newsinternational Donnerstag, 19.01.2012 |  Drucken

Arabische Revolution: Westerwelle vergleicht islamische Parteien mit CDU

Deutsche Außenminister wirbt für mehr Gelassenheit und Respekt gegenübert den Entwicklungen in der arabischen Welt und sagt Tunesien Wirschafthilfe und Schuldenumwandlung

Europa müsse sich daran gewöhnen, dass es „islamisch-demokratische Parteien gibt, wie es in Europa christdemokratische Parteien gibt“, sagteBundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) sagte bei seinem Besuch in Tunis Beachtliches. Tunesien könne auch mit einer islamischen Regierung zum Musterland eines demokratischen Aufbruchs werden.

Deutschland werde mit den demokratischen politischen Kräften in Tunesien „sehr eng und sehr gut zusammenarbeiten“, sagte Westerwelle nach Gesprächen mit Interimspräsident Moncef Marzouki und Regierungschef Hamadi Jebali. Jebali gehört dem gemäßigten Flügel der islamischen Ennahda-Partei an, Marzouki war früher Vorsitzender der tunesischen Menschenrechtsliga.

Die Europäer müssten verstehen, dass „es große Unterschiede gibt auch in den politischen Orientierungen islamischer Parteien“, sagte Westerwelle. Islamisch-demokratische Strömungen hätten das Recht, „von uns als vollständig respektierte Partner angenommen zu werden“. Außenminister Rafik Abdessalem sagte nach Angaben aus Delegationskreisen im Gespräch mit Westerwelle, die Koalitionsregierung wolle „auf jeden Fall Pluralität“ und eine Verbindung des traditionellen Islams mit der Moderne.

Abdessalem und Westerwelle unterzeichneten eine Absichtserklärung über eine Transformationspartnerschaft, in deren Rahmen Tunesien in den kommenden zwei Jahren 32 Millionen Euro für Projekte in den Bereichen Bildung und Ausbildung erhalten soll. Außerdem will die Bundesregierung mit Tunesien eine Schuldenumwandlung in Gesamthöhe von 60 Millionen Euro vereinbaren. Die Mittel sollen zur Unterstützung von Reformen in dem Maghreb-Land eingesetzt werden.



Ähnliche Artikel

» Westerwelle fordert Ende von Gaza-Blockade
» Außenminister Westerwelle: '“Was das Brandenburger Tor für Deutschland ist, ist jetzt der Tahrir-Platz für Ägypten“
» Assad-Regime stürzt Syrien in einen Bürgerkrieg
» Nächstes Höllenkommando?
» 22.03.13 - ZMD begrüßt deutsche Hilfe für syrische Flüchtlinge und ruft die Bundesregierung dazu auf, in ihrem Engagement nicht nachzulassen

Wollen Sie einen
Kommentar oder Artikel dazu schreiben?
Unterstützen
Sie islam.de
Diesen Artikel bookmarken:

Twitter Facebook MySpace deli.cio.us Digg Folkd Google Bookmarks
Linkarena Mister Wong Newsvine reddit StumbleUpon Windows Live Yahoo! Bookmarks Yigg
Diesen Artikel weiterempfehlen:

Anzeige

Hintergrund/Debatte

Neuer ZMD-Landesverband in Hamburg gegründet - Vorstandsvorsitzender der Al-Nour Moschee Daniel Abdin wurde zum ersten und neuen Vorsitzenden des Landesverbandes Hamburg gewählt
...mehr

ZMD Generalsekretär Abdassamad El Yazidi empfängt Vertreter der Arakan Rohingya Union in Frankfurt
...mehr

ZMD-Vorsitzender Aiman Mazyek und Stellv.Vors. Nurhan Soykan auf Einladung des Bundespräsidenten Steinmeier und Frau Büdenbender beim diesjährigen Sommerfest
...mehr

Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) bietet Weiterbildungsseminar für Lehrkräfte von ergänzendem Arabischunterricht an
...mehr

Verurteilung im Verfahren Dresdener "Moschee-Anschlag" rechtskräftig
...mehr

Alle Debattenbeiträge...

Die Pilgerfahrt

Die Pilgerfahrt (Hadj) -  exklusive Zusammenstellung Dr. Nadeem Elyas

88 Seiten mit Bildern, Hadithen, Quran Zitaten und Erläuterungen

Termine

Islamische Feiertage
Islamische Feiertage 2019 - 2027

Tv-Tipps
aktuelle Tipps zum TV-Programm

Gebetszeiten
Die Gebetszeiten zu Ihrer Stadt im Jahresplan

Der Koran – 1400 Jahre, aktuell und mitten im Leben

Marwa El-Sherbini: 1977 bis 2009