Newsinternational Samstag, 18.12.2010 |  Drucken

Aleviten spalten sich vom Islam ab

Österreich hat die Unterschiede zum Islam als so gravierend angesehen, dass ab sofort das Alevitentum als eine eigenständige Religion betrachtet wird

Die Aleviten sind vom österreichischen Kultusamt als eigene religiöse Bekenntnisgemeinschaft anerkannt worden. Damit gehen die Aleviten und die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) ab sofort getrennte Wege. Zudem können sie jetzt einen Antrag stellen, um als Religionsgesellschaft anerkannt zu werden und damit rechtlich auf eine Stufe mit den großen Kirchen, Kultusgemeinde, Mormonen und Zeugen Jehovas gestellt zu werden. Eine Frist von zehn Jahren, ehe eine Bekenntnisgemeinschaft einen solchen Antrag stellen kann, wurde kürzlich vom Verfassungsgerichtshof (VfGH) gekippt.

Damit folgen die Aleviten dem Beispiel Deutschlands, wo die Organisation AABF (Almanya Alevi Birlikleri Federasyonu) in den wichtigesten Bundesländern mittlerweile eigenständige Relgionsgemeinschaft ist und einen ähnliche Weg beschritten hat. Unverständnis erzeugt lediglich, dass diese Organsiation gleichzeitig darauf beharrt, dass sie weiter an der Deutschen Islamkonferenz und ähnlichen staatlichen Kreisen teilnhemen möchte, obgleich sie sich selber nicht mehr zum Islam dazugehörig erklärt.

Das österreichische Kultusamt, das im Bildungsministerium angesiedelt ist, hat mit seiner Entscheidung einem Einwand des VfGH Folge geleistet: Zunächst hatte das Kultusamt den Antrag der Aleviten abgelehnt, weil im Islamgesetz nicht mehrere muslimische Religionsgesellschaften vorgesehen seien. Der VfGH hatte diese Argumentation allerdings als nicht der Verfassung entsprechend zurückgewiesen und festgehalten, es stehe nirgendwo in den österreichischen Gesetzen, dass es nur eine einzige islamische Bekenntnisgemeinschaft geben dürfe. Deshalb musste sich das Kultusamt nochmals mit dem Antrag der Aleviten befassen. In dem zweiten Verfahren hätten die Aleviten nun die Unterschiede in den Glaubenslehren dargelegt, erläuterte das Bildungsministerium.




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