Newsnational Donnerstag, 11.11.2021 |  Drucken


Die chinesische Regierung verlangt, dass in immer mehr Städten chinesische Staatsflaggen symbolisch hängen. (CC BY 2.0)
Die chinesische Regierung verlangt, dass in immer mehr Städten chinesische Staatsflaggen symbolisch hängen. (CC BY 2.0)

US-Holocaust-Museum wirft China Völkermord an Uiguren vor

Zwangssterilisierungen, Masseninhaftierungen, Trennung von Familien, Folter, Vergewaltigungen und Zerstörung von religiösen Stätten gehören zu den Praktiken der chinesischen Regierung.

Washington (KNA) Das US-Holocaust Memorial Museum hat systematische Menschenrechtsverletzungen an den Uiguren durch die chinesische Regierung dokumentiert. In dem am Dienstag (Ortszeit) veröffentlichten 56 Seiten umfassenden Bericht „To Make Us Slowly Disappear“ (dt. Um uns langsam verschwinden zu lassen) warnt das Museum vor einem Völkermord an der islamischen Volksgruppe. Der Bericht wirft der chinesischen Regierung unter anderem Zwangssterilisierungen, Masseninhaftierungen, Trennung von Familien, Folter, Vergewaltigungen und Zerstörung von religiösen Stätten vor.

Damit verschärft das Museum seine Anschuldigungen gegenüber Peking. In einem 2020 veröffentlichten Bericht hatte das Museum „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ angeprangert. Inzwischen sei man ernsthaft besorgt, dass die chinesische Regierung „möglicherweise einen Völkermord an den Uiguren begeht“.

Das Völkerrrecht verpflichtet Staaten Maßnahmen zu ergreifen

Immer mehr Staaten beurteilen das jüngste Vorgehen der chinesischen Regierung als Völkermord und nicht mehr „nur“ als Unterdrückung. Völkerrechtlich ist jede Regierung verpflichtet, Maßnahmen zu ergreifen, wenn sie zu dem Ergebnis kommt, dass Völkermord vorliegt. Es werde für die Opfer von Völkermord „heute das tun, was für die Juden in Europa nicht getan wurde“, erklärte das „Simon-Skjodt-Zentrum“ des US-Holocaust-Museums, das den Bericht erstellt hatte. Es gebe Hinweise auf „biologische Zerstörung“ der Uiguren, heißt es in der Dokumentation.

Die muslimischen Uiguren, eine turksprachige Ethnie, leben überwiegend in der heute autonomen Provinz Xinjiang im Nordwesten Chinas. Sie beharren vielfach auf ihrer religiösen Identität und gelten für die kommunistische Zentralregierung in Peking als Unruheherd.





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