Newsinternational Donnerstag, 22.10.2020 |  Drucken

Großimam Ahmad Al-Tayyeb verurteilt "islamistischen" Anschlag von Paris scharf

"Der Terrorist von Paris vertritt die Religion Mohammeds ebenso wenig wie der neuseeländische Terrorist, der Muslime in einer Moschee erschoss, die Religion Jesu vertritt"

Rom Der Großimam von Kairo, Ahmad Al-Tayyeb, hat den islamistischen Terrorakt von Paris scharf verurteilt. "Als Großimam der Al-Azhar erkläre ich vor dem allmächtigen Gott, dass ich mich von dieser abscheulichen kriminellen Tat distanziere und von allen, die solche abweichenden, falschen Gedanken annehmen", so Al-Tayyeb bei einem interreligiösen Friedensgebet in Rom.

Die Verurteilung des "schrecklichen Mordes in Paris" spreche er auch im Namen der Lehren des Islam und des Propheten Mohammed aus. Der Großimam der Al-Azhar-Moschee und -Universität in Kairo gilt als eine der höchsten Lehrautoritäten im sunnitischen Islam. Da er wegen der Pandemie nicht persönlich anreisen konnte, wurde seine Rede verlesen.

"Es ist intellektuell zweifelhaft und ein Aufruf zum Hass, wenn unter dem Slogan der Meinungsfreiheit Religionen beleidigt und ihre heiligen Symbole missbraucht werden. Gleichwohl vertreten der Terrorist und seine Leute von Paris die Religion Mohammeds ebenso wenig wie der neuseeländische Terrorist, der Muslime in einer Moschee erschoss, die Religion Jesu vertritt.", Großimam Ahmad Al-Tayyeb

Großimam verurteilt auch "intellektuell zweifelhafte und Aufruf zum Hass" gemachte Karikaturen

Gleichzeitig verurteilte Al-Tayyeb blasphemische Äußerungen. Es sei "intellektuell zweifelhaft und ein Aufruf zum Hass", wenn "unter dem Slogan der Meinungsfreiheit Religionen beleidigt und ihre heiligen Symbole missbraucht werden". Gleichwohl verträten "der Terrorist und seine Leute" von Paris die Religion Mohammeds ebenso wenig "wie der neuseeländische Terrorist, der Muslime in einer Moschee erschoss, die Religion Jesu vertritt".

Am 16. Oktober hatte ein aus Tschetschenien stammender Muslim einen französischen Lehrer ermordet, weil dieser im Unterricht Karikaturen des Propheten Mohammed gezeigt und als Problem des Grundrechts auf Meinungsfreiheit diskutiert hatte. Im März 2019 hatte ein Mann in Neuseeland zwei Moscheen überfallen und insgesamt 49 Menschen erschossen.



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