Newsnational Samstag, 17.03.2012 |  Drucken

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Studie: Muslimische Familien häufig stabiler

Die ZMD-Beauftragte für Frauen und Familie Houaida Taraji sieht sich darin bestätigt, dass Zuwanderer-Familien nach der Mikrozensus-Studie bereichernd für die Gesellschaft sind

Der Mikrozensus, die größte jährlich durchgeführte Haushaltsbefragung in Europa, zeigt, dass Familien mit Migrationshintergrund überdurchschnittlich stabil sind - und stärker traditionell strukturiert als die Lebensgemeinschaften der Alteingesessenen. Bei der so wichtigen Frage der Zeit für die Familie und die Großfamilienstruktur schneiden Migranten ebenso gut ab. Zwar steht den Familien im Schnitt weniger Geld zur Verfügung (weniger als 2600.-€/Monat), aber dafür haben die Familien mehr Zeit für ihre Kinder. Nach wie vor ist in allen Gemeinschaften mit Kindern die Ehe die häufigste Lebensform. 69 Prozent der deutschstämmigen Eltern sind verheiratet - bei Migranten sind es 80 Prozent.

Bei knapp 25% der Elternpaare arbeiten beide Partner Vollzeit - unabhängig von der Herkunft.  Bei Zuwanderer-Familien werden die Großeltern bei der Kinderbetreuung häufiger in die Pflicht genommen. Dieses Modell soll nun auch hier durch das Familienministerium durch eine Großelternzeit gefördert werden. Bei Familien mit Migrationshintergrund  leben fast doppelt so häufig, drei und mehr minderjährige Kinder in einem Haushalt (15 Prozent) als in einer Familie ohne Migrationshintergrund (neun Prozent). Dadurch wird der rapide demographische Wandel in Deutschland etwas gemildert. Allerdings ist der herkunftsübergreifende Trend zur Ein-Kind-Familie bei Deutschstämmigen mit 55%, bei Migranten bei immerhin 47 % recht hoch.

"Entgegen landläufigen Vorurteilen wirken sich religiöse und traditionelle Werte eben positiv für den Zusammenhalt unsere Gesellschaft aus"

Die ZMD-Beauftragte für Frauen und Familie Houaida Taraji sieht sich darin bestätigt, dass Zuwanderer-Familien nach der Mikrozensus-Studie besonders stabil und bereichernd für die Gesellschaft sind. „Entgegen landläufigen Vorurteilen wirken sich religiöse und traditionelle Werte eben positiv für den Zusammenhalt unsere Gesellschaft aus und können Vorbild, wie das beispielsweise bei der Übereinkunft mit den Großeltern zeigt, für die Zukunft sein“, sagte Taraji heute gegenüber islam.de.



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