Newsnational Mittwoch, 16.03.2022 |  Drucken


Große Anteilnahme nach der Rede des ukrainischen Botschafters Dr. Andrij Melnyk im Berliner Landtag
Große Anteilnahme nach der Rede des ukrainischen Botschafters Dr. Andrij Melnyk im Berliner Landtag

Ukrainischer Botschafter: Bei Aleppo waren auch Verbrecher am Werk

Die Welt und Deutschland hätten damals weggeschaut und versagt - Zum 11.Jahrestag von Tod und Leid in Syrien

Am 10. März war der ukrainische Botschafter Dr. Andrij Melnyk im Berliner Landtag zu Gast. Der Überfall Russlands auf die Ukraine stand im Mittelpunkt der Ausführungen des Diplomaten. Erstmals in der Geschichte des Berliner Abgeordnetenhauses sprach dort ein Botschafter im Rahmen einer Plenarsitzung vor den Parlamentariern.

Dr. Melnyk forderte Berlin auf, seinem Land hilfreich zur Seite zu stehen. „Wir brauchen eine Luftbrücke 2.0, nur diesmal auf dem Landweg".  Die Ukrainer fühlen sich heute so wie damals die Deutschen bei der Berlinblockade 1948/1949. 

„Wir wären dem Senat und dem Abgeordnetenhaus sehr dankbar, wenn sie uns helfen könnten, den Krieg zu beenden." Sein Land brauche jetzt schnellstens Lebensmittel, Medikamente, kugelsichere Westen und Helme für Hunderttausende Freiwillige, die sich momentan in der Ukraine zum Dienst meldeten.

Mit Blick auf den laufenden Angriffskriegs Russlands sagte Melnyk, die Welt und Deutschland hätten weggeschaut und versagt. „Warum hat die Weltgemeinschaft Putin nicht stoppen können, warum wurde er so lange hofiert?"  Der Botschafter sprach auch das Leid der syrischen Stadt Aleppo in seiner bewegenden Rede an. „Aleppo, auch da waren Verbrecher am Werk. Die Welt, auch Deutschland, hat weggeschaut. Viele ukrainische Städte erleben jetzt ein ähnliches Schicksal wie Aleppo“.

Sein eindringlicher Apell lautete: „Bitte helfen Sie uns, diesem Armageddon ein Ende zu setzen.“

Unterdessen haben Außenminister von Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien und den Vereinigten Staaten ein Ende der Gewalt und die Achtung des humanitären Völkerrechts in Syrien gefordert. In einer am Dienstag veröffentlichten gemeinsamen Erklärung stellen sie sich weiter hinter den von den Vereinten Nationen moderierten, syrisch-geführten politischen Prozess gemäß der VN-Sicherheitsratsresolution 2254. "Nach elf Jahren Tod und Leid ist es längst an der Zeit, dass das Regime und seine Unterstützer, einschließlich Russland und Iran, ihr skrupelloses Vorgehen gegen das syrische Volk einstellen. (Volker-Taher Neef, Berlin)



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