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Mittwoch, 23.08.2023

Bürgermeisterkandidat ermordet

Welle der Gewalttaten in der arabisch-israelischen Gesellschaft geht weiter - Knesset-Abgeordneter: "Erstmals gestehe ein israelischer Minister vor Medien, dass "Israel ein Apartheidregime durchsetzt, das auf jüdischer Vorherrschaft beruht"

Jerusalem (KNA) Mit der Ermordung vier weiterer Männer geht die Welle der Gewalttaten in der arabisch-israelischen Gesellschaft weiter. Unter den Opfern, die am Dienstagabend in der nordisraelisch-arabischen Stadt Abu Snan erschossen wurden, war laut Berichten israelischer Medien auch Ghazi Saab, der bei den bevorstehenden Kommunalwahlen als Bürgermeister kandidierte. Saab war demnach ein ehemaliger Offizier der israelischen Armee sowie Grenzpolizist.

Bereits am Montagabend waren in der zentralisraelischen arabischen Stadt Tira der Generaldirektor der Stadtverwaltung, Abed Rahman Kaschua, erschossen sowie zwei weitere Personen durch Schüsse verletzt worden. Seit Jahresbeginn starben nach unterschiedlichen Angaben insgesamt zwischen 156 und 159 arabische Israelis durch Waffengewalt. Im Vergleich dazu lag die Zahl der Todesopfer im Vorjahr bei 116.Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte am Dienstag gefordert, den Inlandsgeheimdienst Schin Bet in die Bekämpfung von Gewaltverbrechen in der arabisch-israelischen Gesellschaft einzubeziehen. Ähnliche Forderungen erhob der israelische Innenminister Mosche Arbel.

Der israelische Präsident Isaac Herzog bezeichnete die aktuelle Situation in einem Beitrag in sozialen Medien als Notlage. Die arabische Gesellschaft in Israel gehe durch schwierige Zeiten, in denen "arabische Bürger täglich in einem Zustand extremer Angst, Sorge und Trauer" lebten. Herzog forderte entschlossene Maßnahmen des Staates, um Kriminalität und Gewalt ein Ende zu setzen.

Unterdessen sagte der rechtsextreme Politiker und israelischen Ministers für Nationale Sicherheit, Itamar Ben Gvir laut israelischen Medien am Mittwochabend in einem Interview mit dem Sender "Channel 12 News." Rechte von Juden in Israel stehen nach den Worten des , über den Rechten der arabischen Bevölkerung. "Mein Recht und das Recht meiner Frau und meiner Kinder, sich auf den Straßen von Judäa und Samaria fortzubewegen, ist wichtiger als das Recht der Araber, sich fortzubewegen".

Der arabische Abgeordnete Ahmed Tibi (Chadasch) kritisierte die Aussagen Ben-Gvirs. Erstmals gestehe ein israelischer Minister vor Medien, dass "Israel ein Apartheidregime durchsetzt, das auf jüdischer Vorherrschaft beruht", postete er in Sozialen Medien.