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Donnerstag, 16.02.2023


Bund will Aufnahme für Erdbebenopfer vereinfachen

Betroffene sollen möglichst schnell und unbürokratisch ein Visum bekommen heißt es aus dem Auswärtigen Amt. Der ZMD begrüßt die Entscheidung, kritisiert jedoch die mangelnde Umsetzung

Berlin (KNA/Eigene) Nach dem schweren Erdbeben in der Türkei und in Syrien in der vergangenen Woche will die Bundesregierung die Aufnahme von Angehörigen aus dem Erdbebengebiet in Deutschland vereinfachen. So sollen Betroffene möglichst schnell und unbürokratisch ein Visum bekommen, sagte ein Vertreter des Auswärtigen Amtes am Mittwoch im Bundestags-Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe.

Derweilen mahnt der ZMD an, dass die Hilfsmaßnahmen derzeit nicht schnell genug umgesetzt werden und bis auf die Ankündigung noch nicht viel geschehen ist. Außerdem haben die Auslandsvertretungen vor Ort noch keine Direktiven erhalten, um verändert auf die Situation zu reagieren.

Eine Antragstellung sei landesweit möglich, Drei-Monats-Visa könnten innerhalb von fünf Tagen erteilt werden, wenn ein türkischer Reisepass und alle weiteren Unterlagen vollständig seien. Sollten Reisepapiere aufgrund des Erdbebens verloren gegangen sein, habe die türkische Regierung die zügige Ausstellung von Ersatzdokumenten zugesagt. Ausnahmen von der Passpflicht mache die Türkei nicht.

Um die Bearbeitung der Visa-Anträge auf deutscher Seite zu beschleunigen, werde das Personal in den Auslandsvertretungen in Ankara und Istanbul aufgestockt, so der Außenamtsvertreter weiter. Wie groß die Nachfrage nach Visa sein werde, sei noch nicht abzuschätzen. Man rechne mit einem deutlichen Anstieg. Von einer "Migrationswelle" könne man aber noch nicht sprechen.

Für Erdbebenopfer in Syrien wiederum sei es erheblich schwerer, ein Visum zu beantragen. Um ihnen dennoch zu helfen, bei ihren Angehörigen in Deutschland unterzukommen, habe die Bundesregierung die Internationale Organisation für Migration (IOM) gebeten, Anträge von Erdbebenopfern auf Familienzusammenführung vorrangig zu behandeln.