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Dienstag, 16.08.2022


Dharampal: „Indien hat Gandhi zum Vater der Nation erklärt, aber seine Vision für das Land wurde nicht wirklich umgesetzt“

Spannungen zwischen Indien und Pakistan wegen Teilung

Die Historikerin Gita Dharampal führt Spannungen zwischen Indien und Pakistan auf die Teilung Indiens im Zuge der Unabhängigkeit vor 75 Jahren zurück. Diese Teilung habe "zu einer dauerhaften Feindseligkeit zwischen Indien und Pakistan geführt“

Jalgaon (KNA) Die Historikerin Gita Dharampal führt Spannungen zwischen Indien und Pakistan auf die Teilung des indischen Subkontinents im Zuge der Unabhängigkeit vor 75 Jahren zurück. Diese Teilung habe "zu einer dauerhaften Feindseligkeit zwischen Indien und Pakistan geführt, was zu einer Schwächung beider Länder beigetragen hat", sagte die ehrenamtliche Forschungsleiterin an der Gandhi Research Foundation in Jalgaon im Bundesstaat Maharashtra der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). "Ohne die Teilung hätte der Subkontinent von 1947 an eine ganz andere Geschichte gehabt."

Die emeritierte Geschichtsprofessorin am Südasieninstitut der Universität Heidelberg betonte, der indische Bürgerrechtler, Pazifist und "Vater der Nation" Mohandas "Mahatma" Gandhi (1869-1948) habe sich für die Vielfalt der Religionen in Indien eingesetzt. Die jetzige Staatspolitik neige jedoch zum Hindu-Nationalismus. "Aber es gibt viele Gegenstimmen", so Dharampal. "Indien ist immer sehr vielfältig gewesen. Hier haben alle Weltreligionen eine Heimat gefunden." Gandhi habe Hindus und Muslime als Brüder bezeichnet: Auch wenn sie stritten, gehörten sie zur selben Familie.

Vor 75 Jahren erlangten Indien und Pakistan die Unabhängigkeit von der britischen Kolonialherrschaft. Eine bedeutende Figur in diesem Prozess war Gandhi, der sich für gewaltfreie Proteste einsetzte.