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Mittwoch, 27.07.2022


Irak: In Ur entsteht interreligiöses Dialogzentrum

Die Stadt Ur gilt als Heimat des Stammvaters Abraham, auf den sich die drei monotheistischen Weltreligionen berufen. Das Zentrum wird u. a. christliche, islamische und jüdische Gotteshäuser sowie einen interreligiösen Dialogsaal umfassen.

Bagdad (KNA) In der irakischen Stadt Ur entsteht ein interreligiöses Dialogzentrum, das christliche, islamische, jüdische und Gotteshäuser weiterer Religionen sowie einen interreligiösen Dialogsaal umfassen wird. Die regionalen Behörden des Gouvernements Dhi Qar gaben jetzt offiziell den Startschuss für das Projekt, berichtet der Informationsdienst der Stiftung "Pro Oriente".

Das Projekt erstreckt sich insgesamt über eine Fläche von rund 10.000 Quadratmetern. Ein Vertreter des Gouvernements bestätigte die Erteilung einer Lizenz zum Bau der ersten Kirche auf dem Gelände. Die Kirche, die "Ibrahim al Khalil" (Abraham, der Freund Gottes) heißen soll, soll einen nach Papst Franziskus benannten Versammlungsraum für Pilger erhalten.

Der Papst hatte am 6. März 2021 die Ur-Ebene besucht, wo er in Nadschaf vom schiitischen Großajatollah Ali al-Sistani empfangen worden war. Es war das erste Mal, dass sich die höchsten Autoritäten der beiden Glaubensgemeinschaften trafen. Anschließend warb Franziskus bei den Ruinen der antiken sumerischen Stadt Ur mit zahlreichen Religionsführern des Irak für einen gemeinsamen Einsatz für Frieden.

Das im Süden des Irak gelegene Ur gilt als Heimat des Stammvaters Abraham, auf den sich die drei monotheistischen Weltreligionen gleichermaßen berufen. Das interreligiöse Zentrum ist Teil eines umfassenderen Programms zur Wiederbelebung der antiken Stadt.

Der Irak hatte nach dem Besuch von Papst Franziskus einen nationalen "Tag der Toleranz und Koexistenz" eingeführt. Dieser soll jeden 6. März begangen werden und an das "historische Treffen" des Papstes mit dem schiitischen Großajatollah Ali al-Sistani erinnern.